Medien : Schröder kommt Heute zu „Was nun?“ – und bald auch zum nächsten Fernsehduell?

Joachim Huber

Nach der Bundestagswahl ist vor dem nächsten Fernsehduell. Im ZDF zirkuliert die Idee, Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber, den unterlegenen Kandidaten der Union, wieder an die Stehpulte zu bitten. „Die Einladungen sind noch nicht raus“, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender dem Tagesspiegel. Er wollte nicht spekulieren, ob Schröder und Stoiber die Einladung annehmen würden, ob CDU-Chefin Angela Merkel ihr Veto einlegen würde. Heute jedenfalls erklimmt Bundeskanzler Gerhard Schröder wieder die Fernsehbühne: Um 19 Uhr 25 wird er sich den Fragen der ZDF-Journalisten Brender und Thomas Bellut stellen. Das 30-minütige Gespräch ist aufgezeichnet, es folgt der mit Spannung erwarteten Haushaltsdebatte im Bundestag am Vormittag.

Nach Brenders Angaben liegt dem Kanzleramt seit 14 Tagen eine Anfrage des ZDF zu einem Gespräch mit Schröder vor. Vor einer Woche habe der Kanzler zugesagt. „Schröder will wieder in die Offensive, das Interview mit der ,Zeit’ hat es ja gezeigt.“ Und der Wähler wolle jetzt Antworten vom Regierungschef, der Wähler, von dem Brender sagt, er sei „so interessiert wie sauer“.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum die politischen Sendungen im Fernsehen hohe, teilweise noch höhere Quoten als vor der Bundestagswahl erzielen. Das gilt für Regelsendungen wie die ZDF-Talkshow „Berlin Mitte“ und den ARD-Talk „Sabine Christiansen“ – und für Sondersendungen wie „Farbe bekennen“ mit Jürgen W. Möllemann in der vergangenen Woche. Dem Aufsehen erregenden ARD-Interview mit dem FDP-Mann war nachgesagt worden, die Journalisten hätten sich mit Möllemann auf einen Fragenkorridor verständigt. Der verantwortliche WDR-Redakteur Udo Grätz verneinte dies: „Möllemann waren vor der Aufzeichnung Ort, Zeit und Dauer bekannt, mehr nicht. Hätten wir uns mit ihm im Vorfeld verständigt, hätten wir uns doch einen Bärendienst erwiesen“, sagte Grätz. Dann würde jeder weitere Interviewpartner ebenfalls Bedingungen stellen. Nach der Aufzeichnung hätten sich Möllemann und seine Anwältin das Band noch einmal angesehen, ohne weitere Reaktionen.

Die „ganz normalen Regeln“, die Udo Grätz für das Möllemann-Gespräch reklamiert, die gelten auch für die heutige ZDF-Sendung mit dem Kanzler. Chefredakteur Brender betonte, es habe für die Sendung „Was nun, Herr Schröder?“ keinerlei Absprachen gegeben. „Der Kanzler weiß nur, dass sich die Sendung im üblichen Format bewegen wird.“

Apropos Fernsehduell: „Sabine Christiansen steht dafür grundsätzlich zur Verfügung.“ Sagte Michael Wedell, Sprecher der Firma TV 21, die den ARD-Talk mit Sabine Christiansen produziert.

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