Science Fiction : Sie ist ein Modell, und sie sieht gut aus

Putzen, kaufen, lieben - in der schwedischen Serie "Real Humans" helfen menschliche Roboter im Haushalt. Dumm nur, wenn sich der pubertierende Sohn in "Anita" verguckt.

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Die Hubots, scheinbar gefügige und gefühllose Maschinen, sind das, was sich die Menschen immer gewünscht haben. Foto: Arte
Die Hubots, scheinbar gefügige und gefühllose Maschinen, sind das, was sich die Menschen immer gewünscht haben. Foto: Arte

Wenn der Autist der sonderbare Held der Stunde ist, dann kommen „The Real Humans“ auf Arte gerade richtig. Emotionslos wirkende Fernsehfiguren wie „Dr. House“, das Diagnosegenie, oder „Monk“, der sonderbare Detektiv, haben es in jüngster Zeit zu Sympathieträgern und Identifikationsfiguren gebracht. Eine Science-Fiction-Serie mit menschlichen Robotern, sogenannten „Hubots“, ist da nur konsequent. In diesem schwedischen Format helfen humanoide, also menschlich aussehende Roboter im Alltag – und werden dabei immer menschlicher. Sie stehen im Shoppingcenter im Schaufenster zum Verkauf, putzen daheim, kaufen ein, dienen sogar mit Sex. Irgendwann kommen bei diesen hochkomplexen Wesen Gefühle ins Spiel. Eine Gruppe flüchtiger Hubots kämpft für die Freiheit.

Autor Lars Lundström hat es geschafft, eine spannende Serienidee mit gesellschaftlichen Problemen wie Überalterung, Vereinzelung oder Migration zu verbinden.Mit unverkennbaren Reminiszenzen an Sci-Fi- und Horrorklassiker, an „Westworld“ mit dem sich emanzipierenden Roboterhelden „Gunslinger“ (Yul Brynner) oder die Zombiefilme von George A. Romero, die im Subtext soziale und politische Missstände kritisierten. Die Frage, wer in „Real Humans“ die echten Menschen und wer die Roboter sind, wer die Eigentümer, wer die Diener, lässt einen nicht los. Vor allem, wenn sich der pubertierende Sohn in den reizenden Haushalts-Roboter „Anita“ verliebt.

„Real Humans – Echte Menschen“, Arte, ab 21 Uhr, fünf Doppelfolgen.

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