Medien : Sechs Millionen Liter Wasser

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Die Verfilmung der Sturmflut von 1962 ist eines der finanziell aufwendigsten Projekte, das je von einem deutschen Privatsender in Auftrag gegeben wurde. Auf insgesamt acht Millionen Euro belaufen sich die Investitionen in den RTL-Zweiteiler, der am Sonntag und Montag gegen die Olympischen Winterspiele in Turin ankämpfen soll. Allein für die Spezialeffekte wurden 1,2 Millionen Euro ausgegeben.

Die Millionen-Gelder flossen allerdings nicht allein in Computersimulationen. Um die Rettungseinsätze so realistisch wie möglich darzustellen, hat das Produktionsunternehmen Teamworx im Winter 2004 Teile des Hamburger Vororts Wilhelmsburg in einem Freibadbecken am Baldeneysee nahe Essen nachgebaut.

Bis die Häuser bis zur ersten Etage überflutet sind, werden rund sechs Millionen Liter Wasser in das ehemalige Schwimmbassin gepumpt und von mehreren 400-PS-Windmaschinen in Bewegung gehalten. Strommasten und Autos bahnen sich ihren Weg durch die überfluteten Straßen, und von den Dächern werden die Eingeschlossenen per Hubschrauber evakuiert, realistisch in Szene gesetzt am Baldeneyer Wasser-Set. Dagegen stammt die eindrucksvolle Gasexplosion, die eine Apotheke zerstört, aus dem Computer. Auch die Riesenwellen in der Nordsee wurden im Rechner erzeugt.

Eine Herausforderung waren die insgesamt 70-tägigen Dreharbeiten aber nicht nur für die Special-Effects-Teams, sondern vor allem für die Darsteller. Immer wieder mussten sie ins kalte Wasser springen, bis zu zehn Stunden am Tag. Trotz fünf Grad Außentemperatur durfte das Wasser nicht allzu sehr aufgeheizt werden, sonst hätte der entstehende Wasserdampf die Einstellungen zerstört.

Hauptdarstellerin Nadja Uhl bezeichnete den Dreh als „größte körperliche Herausforderung“ ihres Lebens. Während der Neoprenschutz der männlichen Darsteller nur noch Gesicht und Hände freiließ, musste der Thermoanzug von Katja am Hals weit ausgeschnitten werden, damit er zum Abendkleid für den Polterabend passte. sag

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