SERIEN : Fernsehen, gemacht für Frauen

Pro Sieben zeigt den „Sex and the City“-Nachfolger „Lipstick Jungle“ und neue „Housewives“-Folgen

Sonja Pohlmann

Alles, was ihr jetzt noch bleibe, seien 200 Paar Schuhe, schluchzt Victory in den Armen ihrer Freundinnen, nachdem Kritiker ihre neue Kollektion verrissen haben. Doch während ihr Wendy rät, ins Wochenendhaus zu fahren, wo eine Kühltruhe voll mit Eis und „Gras“ auf sie warte, warnt Nico: „Wenn jemand in dieser Stadt deine Angst riecht, dann ist es vorbei.“ Eine wahrer Erfolgmensch reagiere auf eine Katastrophe, indem er tue, als sei sie nie passiert.

Ganz klar, fürs Scheitern ist einfach kein Platz im Terminkalender der drei Freundinnen, die gerade von einem Magazin erneut zu den 50 erfolgreichsten Frauen New Yorks gewählt wurden: Modedesignerin Victory Ford (Lindsay Price), Modemagazin-Chefredakteurin Nico Reilly (Kim Raver) und Filmproduzentin Wendy Healy, gespielt von „Pretty Baby“-Darstellerin Brooke Shields, sind die drei Protagonistinnen der US-Serie „Lipstick Jungle“, die Pro Sieben von heute an ausstrahlt.

Die Serie stammt aus der Feder von „Sex and the City“-Autorin Candace Bushnell, wieder geht es um Schuhe, Champagner – und natürlich Männer. Doch im Gegensatz zu Carrie & Co. stehen die drei „Lipstick“-Ladies mehr im Leben. Waren die Jobs der „Sex and the City“-Protagonistinnen eher Nebenbeschäftigung zwischen Sexabenteuern und Cocktailpartys, müssen sich die Großstadtamazonen im „Lipstick Jungle“ in einem männerdominierten Berufsfeld durchsetzen und nebenbei noch Familie und Eheprobleme managen. Nur Victory ist noch auf der Suche nach „Mister Big“.

Eigentlich der passende Plot für „Sex and the City“-Anhängerinnen erster Stunde, die sich zehn Jahre nach dem Start ebenfalls weiterentwickelt haben dürften. Doch viele der Dialoge wirken zumindest in der ersten Folge so verbissen wie die Protagonistinnen selbst, so, als müsse die Nachfolgeserie unbedingt den Erfolg krampfhaft wiederholen. Auch fehlt Ausstatterin Patricia Field, die Carrie Bradshaw gerne im Ballet-Tutu durch Manhattan hüpfen ließ und Darstellerin Sarah Jessica Parker zur Stilikone machte. Trotzdem hat „Lipstick Jungle“ Potenzial, den Mittwochabend wieder zu einem Frauen-Fernsehabend zu machen. Denn mit dem „Lipstick“-Dschungel startet auch die fünfte Staffel der „Desperate Housewives“ – die sich zwar nicht im Raubtiergehege der Großstadt behaupten müssen, aber auch als Vorstadtgrazien diverse Probleme zu bewältigen haben: Neue Geheimnisse, neue Liebesbeziehungen und neue Todesopfer tauchen in der Wisteria Lane auf. Bree (Marcia Cross) und Orson (Kyle McLachlan) stecken in einer Krise, denn Orson fühlt sich neben seiner erfolgreichen Frau als Verlierer und bestiehlt seine Nachbarn, derweil ist Susan (Teri Hatcher) eifersüchtig auf Mikes (James Denton) Liebesbeziehung mit Katherine (Dana Delany) und macht den beiden das Leben schwer. Und während Lynette (Felicity Huffman) und Tom (Doug Savant) gegen ihren Ruin kämpfen, ist einzig Gaby (Eva Longoria) erleichtert, denn finanziell geht es endlich bergauf. Als sie dann auch noch ein pikantes Geheimnis herausfindet und den Chef ihres Mannes erpressen kann, rollt der Rubel. Gewiefte Geschäftsfrauen gibt’s schließlich nicht nur in der Großstadt.

„Desperate Housewives“, 20 Uhr 15, „Lipstick Jungle“, 21 Uhr 15, Pro Sieben

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