Medien : Sibel Kekilli gewinnt gegen „Bild“

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Vor der 27. Zivilkammer des Berliner Landgerichts wurde am Donnerstag eine ungewöhnliche Streitfrage verhandelt: Gibt es einen Unterschied zwischen einer Denk und einer Sprechblase? Das heißt, eigentlich ging es zwischen der Schauspielerin Sibel Kekilli („Gegen die Wand“) und der „Bild“-Zeitung um die Frage: Kann das, was in einer Denkblase steht, eine Tatsachenbehauptung sein? Es kann, sagte Sibel Kekillis Anwalt. Unmöglich, sagte der Anwalt der „Bild“-Zeitung: „Wäre die Denkblase eine Sprechblase, mit An- und Abführungszeichen, dann wäre es gerechtfertigt, von einer Tatsachenbehauptung zu sprechen.“ Die Denkblase sei aber offensichtlich karikierend und daher kein falsches Zitat.

Unstrittig ist: Die „Bild“-Zeitung hatte ein Kekilli-Foto veröffentlicht – und eine Denkblase dazugestellt. Darin steht: „Nie geraucht! Nie getrunken! Nur die paar Pornos . . .“ Daneben gibt ein Text Auszüge aus einem Interview mit Sibel Kekilli wider, in dem sie über ihre Porno- Vergangenheit spricht und sich selbst als „spießig“ bezeichnet. Sibel Kekilli hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitung erwirkt. Die Begründung: Man verstehe die Denkblase so, dass sie ein Zitat sein könnte. Das Berliner Landgericht schloss sich gestern dieser Argumentation an. Nach diesem Spruch muss die „Bild“-Zeitung jetzt eine Gegendarstellung in gleicher Größe drucken. mne

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