Medien : Sie streiten wieder bei Wikileaks Gründer Assange gegen Aussteiger Domscheit-Berg

31.08.2011 17:09 UhrVon Peter Zschunke (dpa)

Die Querelen um die Enthüllungsplattform Wikileaks weiten sich aus. Wikileaks-Gründer Julian Assange warf dem Aussteiger Daniel Domscheit-Berg den Bruch von Absprachen und Selbstverpflichtungen sowie „ein gesteigertes Maß an Niedertracht“ vor. Domscheit-Berg erwiderte, Assange wolle lediglich vom eigenen fahrlässigen Handeln ablenken.

In dem neu aufgeflammten Streit geht es um unredigierte Originaltexte der ab Herbst 2010 veröffentlichten Berichte von US-Diplomaten in aller Welt. Wikileaks und mehrere Medien, die mit Assange kooperieren, haben in ihren Veröffentlichungen die Namen von Informanten geschwärzt, um diese zu schützen.

Nun sind aber nach Medienberichten die Originaltexte im Internet aufgetaucht. Domscheit-Berg habe Journalisten Hinweise zur Öffnung der verschlüsselten Dateien gegeben, heißt es in einem Schreiben des Berliner Anwalts von Assange. „Mit Ihrem Tun gefährden Sie möglicherweise das Leben und die rechtlichen Interessen Dritter.“ Das Verhalten Domscheit-Bergs sei „in hohem Maße geeignet, die von Ihnen angeblich befürchteten Gefährdungen überhaupt erst herbeizuführen“.

Aus seiner Sicht sei das Schreiben ein klassisches Ablenkungsmanöver, reagierte Domscheit-Berg. Im Umgang mit den Botschaftsdepeschen habe Wikileaks mehrfach Fehler gemacht, zum Teil wegen „des fahrlässigen Handelns von Herrn Assange“. Nun seien sie für alle verfügbar. Außerdem seien Teile der Botschaftsdepeschen „durch offizielle Vertreter von Wikileaks weitergegeben und verkauft“ worden, warf Domscheit-Berg der Enthüllungsplattform vor.

Neun Monate nach Abschaltung der Internet-Adresse wikileaks.org ist die Enthüllungsplattform wieder über ihre Stammadresse erreichbar, teilte das Projekt mit. Anfang Dezember 2010 hatte die US-Internet-Firma everyDNS.net die zentrale Adresse entfernt, unter der Wikileaks zuvor im Browser aufgerufen wurde. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit massiven Attacken auf die Webseite, nachdem Wikileaks Berichte von US-Diplomaten zu publizieren begonnen hatte. Peter Zschunke (dpa)

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