• Sieg für Google, Niederlage für Autoren: Internetriese darf Bücher weiterhin digitalisieren

Sieg für Google, Niederlage für Autoren : Internetriese darf Bücher weiterhin digitalisieren

Amerikanische Autoren streiten nun schon acht Jahre lang mit Google darum, ob der Internetriese ihre Bücher einscannen und im Internet durchsuchbar machen darf. Nun hat ein Richter zugunsten des Konzerns entschieden.

Ein US-Gericht entschied am Donnerstag, dass der Internetriese Bücher einscannen und im Internet durchsuchbar machen darf.
Ein US-Gericht entschied am Donnerstag, dass der Internetriese Bücher einscannen und im Internet durchsuchbar machen darf.Foto: dpa

Google darf Millionen eingescannter Bücher im Internet durchsuchbar machen. Ein New Yorker Richter wies am Donnerstag eine Klage der US-Autorenvereinigung ab, die in der Digitalisierung der Werke einen Bruch des Copyrights sah. Die Autoren kündigten sogleich an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

„Meiner Meinung nach hat Google Books erhebliche Vorteile für die Allgemeinheit“, schrieb Richter Denny Chin in seiner Urteilsbegründung. „Es beschleunigt die Fortschritte in Kunst und Wissenschaft, während es gleichzeitig die Rechte von Autoren und anderen Kreativen berücksichtigt.“ Zum ersten Mal könnten Millionen Bücher auf einen Schlag durchsucht werden, schrieb Chin. Dadurch, dass sich die Werke auffinden ließen, würden sich für Autoren und Verlage neue Einnahmequellen erschließen. Alte Bücher würden vor dem Vergessen bewahrt. „Die ganze Gesellschaft profitiert.“ Google hatte 2004 damit begonnen, Bücher in großen Bibliotheken einzuscannen und im Internet durchsuchbar zu machen. Dabei werden Ausschnitte angezeigt. Inzwischen seien mehr als 20 Millionen Werke digitalisiert worden, heißt es in den Gerichtsunterlagen.

Google - alle Geschäftsfelder des Internetriesen
ENERGIE: Mehr als 780 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in erneuerbare Energien investiert - in Solarfirmen, Windparks, Batteriehersteller oder Firmen, die sparsamere Autos oder Biokraftstoffe entwickeln. Allein 2011 nahm Google schon drei Projekte in Angriff: So will der Konzern weitere 102 Millionen Dollar in das Alta Wind Energy Center in Kalifornien investieren. Der Windpark, in dem schon 55 Millionen Dollar von Google stecken, soll einmal einer der größten der Welt werden. 280 Millionen Dollar sagte Google der kalifornischen Firma SolarCity zu, die Solar-Panel herstellt. Im April kaufte sich Google mit 3,5 Millionen Euro in einen Solarpark in Brandenburg an der Havel ein, der rund 5000 Haushalte versorgen soll. Der Gedanke, erneuerbare Energien zu unterstützen, spiele bei den Investitionen eine Rolle, sagte Technikchef Urs Hölzle dem "Handelsblatt". "Das Hauptmotiv ist jedoch kommerziell, wir wollen eine Rendite wie eine Investmentbank." Daneben geht es Google auch darum, die enormen Stromkosten für seine Rechenzentren zu senken.Alle Bilder anzeigen
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03.07.2011 00:08ENERGIE: Mehr als 780 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in erneuerbare Energien investiert - in Solarfirmen, Windparks,...

Im Jahr 2005 klagten die US-Autoren sowie Verlage gegen Google Books; auch in Deutschland kam Widerstand auf. 2011 scheiterte ein Vergleich zwischen den Parteien am Veto des Richters, der durch den Kompromissvorschlag den Wettbewerb gefährdet sah. 2012 legte Google den Streit mit den Verlagen bei, während die Autoren ihre Klage aufrecht hielten.

In seiner Urteilsbegründung stützte sich Richter Chin auf die im US-Recht gängige Norm des „fair use“, der „angemessenen Verwendung“.

Google Books kopiere die Werke nicht, es habe etwas Neues erschaffen, indem es den „Text in Daten verwandelt zum Einsatz in der Forschung“.

Die Autorenvereinigung Authors Guild sprach davon, dass nur die „erste Runde“ an Google gegangen sei. „Wir planen, die Entscheidung anzufechten“, erklärte Geschäftsführer Paul Aiken. (dpa)

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