Sieg im Dschungelcamp : Melanie Müller und ihr Hofstaat

Melanie hat das Dschungelcamp gewonnen - aber verdient denn sonst niemand einen Preis? Eine Abrechnung nach 16 Tagen.

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Die Dschungelkönigin Melanie Müller übernimmt das Szepter.
Die Dschungelkönigin Melanie Müller übernimmt das Szepter.Foto: rtl

Am Ende hat die Frau mit dem Sandmännchen-Tattoo gesiegt: Melanie Müller darf sich jetzt ein Jahr lang Dschungelkönigin nennen. 8,6 Millionen Menschen sahen am Samstag dabei zu, wie sie gegen Favoritin Larissa Marolt und Jochen Bendel gewann. Die Metaebenensucher unter den Rezensenten werden nun darüber grübeln, warum ausgerechnet eine Kandidatin aus dem Osten siegte und was das über die Verfasstheit der Bundesrepublik aussagt. Wir nicht. Denn Hochleistungen haben in den letzten 16 Tagen auch andere Teilnehmer vollbracht. Einige Würdigungen.

1. Tiefster Fall: Winfried Glatzeder. Hatte mal Aura, entpuppte sich als zorniger Kauz, der Frauen schubst. Schaffte es in zwei Wochen, sich selbst und sein Lebenswerk zu entzaubern. Ab sofort ist “Die Legende von Paul und Paula" bloß noch ein Film unter vielen.

2. Größte schauspielerische Leistung: Tanja Schumann. Offensichtlich hat sie uns die ganze Zeit etwas vorgegaukelt - und zwar von 1993 bis 1998. Nun wissen wir, die Frau ist gar nicht lustig. Einzige Pointe in zwei Wochen: Auf die Frage, warum denn absolut nichts von ihr zu sehen sei, antwortete sie allen Ernstes, sie könne doch unmöglich "24 Stunden am Tag lustig sein”.

3. Cleverste Intrige: Gabby. Behauptete mehrfach gegenüber anderen Campbewohnern, Larissa sei drogenabhängig. Ging zum Dschungeltelefon und erzählte denselben Quatsch nochmal. Um dann anzumerken, sie hoffe für Larissa, RTL werde das Thema in der Sendung verschweigen.

4. Schönste Selbsterkenntnis: Larissa Marolt mit dem Satz: „Ich habe mich auch noch nicht an mich gewöhnt.“

5. Derbste Lästerei: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Zietlow: „Wie heißen eigentlich die Menschen, die den Wendler hassen?“ Hartwich: „Familie!“

6. Schönstes Retro-Gefühl: Hauke Jagau, der lustige SPD-Politiker, der im Jahr 2014 plötzlich auf die Idee kam, dass man das Dschungel-Camp verbieten sollte. Da fühlt man sich gleich zurückversetzt in die Gründerzeit des Trash-Fernsehens, an die ersten Staffeln "Big Brother". Lebt eigentlich Percy Hoven noch?

7. Größter Freak, der gar nicht im Camp war: Hausbursche Engelbert. Hat angeblich Papa Marolt angespuckt und trinkt gern. Wird Larissa jetzt helfen, Omas Kette hinter der Heizung hervorzukramen.

8. Beste Berichterstattung: Journalist Ingo Wohlfeil auf bild.de. Hat jeden Abend mit wechselnder Trash-Prominenz den Dschungel klug kommentiert - und sogar den Atzen sinnvolle Sätze entlockt. Zeigte uns, wie viel Spaß Second Screen machen kann. Seien wir ehrlich: Dieser Mann könnte "Wetten, dass..?" retten.

9. Originellster Tweet: "Ich frage mich, warum Larissa sich als Luxusgegenstand nicht ihre Medikamente ausgesucht hat #ibes" (@Manaburner)

10. Schönster Dialog: Michael Wendler und Winfried Glatzeder beim Abschiednehmen. Wendler: „Ich hab dich ein bisschen ins Herz geschlossen.“ Glatzeder: „Ich dich leider nicht."

11. Nervigster Spruch: Wendlers "Good morning in the morning". Ist nicht lustig, ergibt keinen Sinn, wurde zu Unrecht zum Running Gag aufgebauscht. Bitte vergessen Sie das!

12. Dreisteste Anbiederung: Die Keks-Werbung mit dem ranschmeißerischen "Baby-Einhörner"-Spruch. Gar nicht Zartcore.

13. Eigenwilligste Wahrnehmung: Winfried Glatzeder: "Ich habe sie nicht geschubst!"

14. Tollstes Tier:der Australische Nasenbeutler. Begegnete Melanie Müller in ihrer letzten Prüfung, zwickte sie mehrfach in den Arm. Bewies mit all seiner Drollig- und Pelzigkeit, dass der Dschungel nicht nur unästhetische Fauna zu bieten hat. Klarer Fall: Wenn schon gebissen werden, dann bitte von ihm.

15. Nächstes Topevent: Der Wendler am 16. August im Strandbad Lübars. Es soll noch Karten geben.

16. Sehnlichster Wunsch: 2015 ein Dschungel-Spezial mit den größten Tröten aller bisherigen Staffeln: Peter Bond, Giulia Siegel, Désirée Nick, Nadja Abd el Farrag, Eike Immel, Caroline Beil, Daniel Küblböck, Sarah Dingens, Larissa Marolt, Georgina und Aílton. Danach kann das Fernsehen getrost abgeschafft werden. Danach hat man alles gesehen.

Larissa Marolt.
Larissa Marolt.dpa

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