Medien : So gut wie neu

Windows Vista steht kurz bevor. Viele Nutzer sollten dennoch warten und das bewährte XP auffrischen

Kurt Sagatz

Mit dem nächsten Windows wird alles besser. Viele Computernutzer haben aufgehört, an Versprechen wie dieses voreilig zu glauben. Sie werden darum den Start des neuen Windows Vista Ende Januar mit Gelassenheit abwarten, bis Microsoft das erste Service-Paket veröffentlicht hat und die Hersteller von anderen Programmen sich voll und ganz auf Vista eingestellt haben. Um diese Zeit sinnvoll zu überbrücken, haben wir zum Jahresbeginn einige Tipps zusammengestellt, mit denen man die häufigsten Probleme mit Windows XP beheben kann.

ZU LANGSAMES WINDOWS I

Zu den ständig wiederkehrenden Kritikpunkten an Windows XP gehört der mitunter quälend langsame Start des Betriebssystems. Mit so gut wie jedem neu installierten Programm verschärft sich das Problem weiter, weil dabei zugleich immer neue Hilfsprogramme beim PC-Start in den Arbeitsspeicher geladen werden. Versierte PC-Nutzer rufen dann über die Start-Leiste und die Ausführen-Funktion das Programm „msconfig“ auf und entfernen die Übeltäter von Hand. Doch dazu muss man genau wissen, welches Programm benötigt wird und welches nicht. Einfacher und noch wirkungsvoller ist eine andere Methode: Statt den Computer nach Arbeitsende komplett herunterzufahren, wird der PC über den Ruhezustand nur in einen Tiefschlaf geschickt. Dabei wird das System mit allen geöffneten Dateien und Programmen eingefroren. Wird er wieder benötigt, lässt er sich in wenigen Sekunden aufwecken. Zuvor muss der PC für den Ruhezustand aktiviert werden. Das geschieht in der Systemsteuerung in den Energieoptionen und dort im Reiter „Ruhezustand“. Im Reiter „Erweitert“ wird festgelegt, welches Ereignis den Ruhezustand auslöst (sinnvoll ist beispielsweise das kurze Drücken des Netzschalters, auf diese Weise wird er auch eingeschaltet).

ZU LANGSAMES WINDOWS II

Mit der Zeit wird aber auch das ganz normale Arbeiten mit Windows langsamer. Ein Grund dafür ist darin zu suchen, dass sich die Anordnung der Dateien auf der Festplatte ständig verändert, bis die Daten nach einer gewissen Zeit an sehr weit voneinander entfernt liegenden Stellen gespeichert sind. Die Experten sprechen dann von Fragmentierung der Festplatte. Dieser Vorgang kann durch die Defragmentierung rückgängig gemacht werden. Man öffnet dafür den „Arbeitsplatz“, klickt mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk und wählt die Option „Eigenschaften“ und geht dann zum Reiter „Extras“. Der Button „Jetzt defragmentieren“ startet den Aufräumvorgang.

IN DER ENDLOSSCHLEIFE

Ein ganz übles Problem kann Windows verursachen, wenn das System vergeblich versucht, sich nach einem schwerwiegenden Fehler selbst zu heilen. Windows startet den PC dazu neu und versucht, das Problem dann allein zu beheben. Gelingt dies nicht, beginnt die Neustart-Prozedur von vorne. Die Selbstheilung endet in einer Endlosschleife, aus der nur noch der Servicetechniker einen Ausweg findet. Doch dieser Gefahr kann vorgebeugt werden, in dem in der Systemsteuerung im Bereich System und dort im Reiter „Erweitert“ eine Einstellung im Unterpunkt „Systemstart, Systemfehler“ geändert wird. In dem sich nun öffnenen Fenster wird der Haken bei „Automatisch Neustart durchführen“ entfernt. Tritt künftig ein Fehler auf, kommt es zum ungeliebten „Bluescreen“, aber nun kann versucht werden, über die Systemwiederherstellung die letzte funktionierende Einstellung zu laden.

DAS SYSTEM WIEDERHERSTELLEN

Die Systemwiederherstellung ist eine der großen Verbesserungen von Windows XP gegenüber den Vorgängersystemen. Damit ist es möglich, nach dem Auftreten von kleinen und größeren Fehlern – beispielsweise nach einer missglückten Software- oder Hardware-Installation – das System auf einen früheren Zustand zurückzusetzen, bei dem noch alles einwandfrei funktionierte. Allerdings kostet die standardmäßig aktivierte Systemwiederherstellung eine Menge Platz auf der Festplatte. Bei jeder größeren Änderung am System und auch beim manuellen Setzen von Wiederherstellungspunkten wird immer ein kleines Abbild von Windows erstellt. So kommen schnell mehrere hundert Megabyte zusammen, von denen man im Grunde immer nur den letzten funktionierenden Punkt benötigt. Wenn Ihr System gerade jetzt optimal funktioniert, sollten Sie darum die Windows-Datenträgerbereinigung starten. Sie befindet sich in Start/Programme/Zubehör/Systemprogramme. Zuerst lassen Sie das Laufwerk C: untersuchen, dann wechseln Sie ohne eine weitere Aktion zum Reiter „Weitere Optionen“ und klicken jetzt in der Option „Systemwiederherstellung“ auf „Bereinigen“. Nun werden alle überflüssigen Wiederherstellungspunkte gelöscht. Die Datenträgerbereinigung kann man freilich auch dazu benutzen, die Festplatte von unnötigen Dateien, zum Beispiel den „Temporären Internetdateien“, zu säubern. Aber Vorsicht: Nicht alles, was auf den ersten Blick unnötig erscheint, wird tatsächlich nicht gebraucht.

GELÖSCHTE DATEIEN RETTEN

Mit dem Papierkorb hat sich die Situation zwar schon etwas entspannt, es kommt aber dennoch immer wieder vor, dass man das endgültige Löschen einer Datei rückgängig machen möchte. Ist jedoch das Dokument erst einmal aus dem Papierkorb entfernt worden, helfen die Bordmittel von Windows nicht mehr weiter. Entweder greift man dann auf gute, aber auch kostenpflichtige Programme wie beispielsweise „O&O Unerase“ (30 Euro) zurück oder man behilft sich mit Freeware-Programmen wie dem „PC Inspector File Recovery“ (www.pcinspector.de). In beiden Fällen sucht das Programm zuerst nach den gelöschten Dateien und zeigt dann an, ob sich der Rettungsversuch noch lohnt oder nicht. Da jedes Überschreiben der entsprechenden Sektoren die Wahrscheinlichkeit sinken lässt, ist es ratsam, solche Tools bereits vorsorglich zu installieren und nicht erst bei Bedarf.

DATEIEN DAUERHAFT LÖSCHEN

Wie man an der letzten Funktion zum Wiederherstellen von Dateien sehen kann, ist Löschen noch lange nicht gleich Löschen. Normalerweise wird nur die Zuordnung zwischen Dateisystem und Festplattensektor aufgehoben. Um etwas dauerhaft von der Festplatte zu verbannen, weil man den Computer beispielsweise verkaufen will, ist mehr nötig. Dafür müssen die Dateien regelrecht geschreddert werden. Kommerzielle Programme wie „SafeErase“ wiederum von O&O oder Freeware-Werkzeuge wie der „CBL Daten Schredder“ (zu finden bei www.freeware.de) löschen die Dateien nicht nur, sie überschreiben die Bereiche der Festplatte, auf die sich die Dateien zuvor befanden, zudem so mit zufällig generierten Inhalten, dass eine Wiederherstellung danach nur noch mit gewaltigem Aufwand möglich ist.

PROBLEME MIT INTERNET EXPLORER 7

Der Internet Explorer 7, der seit kurzem automatisch als Update installiert wird, ist gegenüber dem Vorgänger-Programm erheblich sicherer. Doch leider läuft er nach zahlreichen Lesererfahrungen nicht auf jedem System einwandfrei. Oftmals wünscht man sich dann das alte Internet-Programm zurück. Außer bei besonders schwerwiegenden Systemproblemen ist dies sogar relativ einfach möglich. Im Bereich Systemsteuerung/Software findet sich der Eintrag „Windows Internet Explorer 7“, über den das Programm rückstandslos entfernt werden kann. Zugleich wird dabei automatisch der alte Internet Explorer wiederhergestellt. Zur Sicherheit sollten Sie danach allerdings über Start / Windows Update nach Sicherheitspatches (Fehlerbehebungsdateien) für den Internet Explorer 6 suchen lassen.

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