Medien : So teuer wird die Liga

Premiere heißt bald Sky und gibt weitere Details seiner neuen, umstrittenen Preispolitik bekannt

Joachim HuberD
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Das neue Pay-TV-Logo. Foto: Promo

Die Vermutung ist schön, wahr ist sie aber nicht. Premiere wird nicht deswegen am 4. Juli als Sky neu starten, weil der amerikanische Unabhängigkeitstag auf dieses Datum fällt. Die Gründe des Pay-TV-Anbieters sind rein pragmatisch. Einmal ist die Erinnerung an die vergangene Bundesliga-Saison, die ja auch die letzte Premiere-Saison war, bereits verblasst. Schon hat die Vorfreude auf die nächste Liga-Spielzeit, die erste Sky-Spielzeit, eingesetzt. Außerdem ist der 4. Juli ein Samstag, und an einem Samstag starten alle großen Programmzeitschriften in die neue Fernsehwoche – also in die erste Woche Sky-Programm.

Premiere ist dann TV-Geschichte. Mark Williams, der Vorstandsvorsitzende der Premiere/Sky Deutschland AG, begründete beim Pressegespräch in München den Namenswechsel damit, dass „Premiere sehr bekannt und sehr unbeliebt war“. „Sky – Das Besondere sehen“, das ist der Slogan, der vom 4. Juli an überzeugen soll. Für neue Abonnenten steigen die Preise der Fußball-Übertragungen. Statt 19,99 Euro für das Einstiegspaket bei Premiere müssen neue Sky-Kunden 32,90 Euro im Monat zahlen, wenn sie alle 612 Spiele der Bundesliga und 2. Liga live sehen wollen. Bestehende Premiere-Verträge behalten ihre Gültigkeit. Fußballfans hätten erstmals die Möglichkeit, fünf Partien eines Spieltags in voller Länge zu verfolgen.

Die durchaus umstrittene Preispolitik von Sky basiert auf einem Modell, das in Italien und Großbritannien praktiziert wird. Neben dem Basis-Paket Sky Welt (16,90 Euro) können Abonnenten die Pakete Sky Bundesliga, Sky Sport (mit Champions League, Uefa Euro League, DFB-Pokal und Formel 1) und Sky Film dazukaufen. Das komplette Angebot mit mehr als 200 Programmen, darunter alle öffentlich-rechtlichen Sender, kostet 54,90 Euro im Monat. Je mehr Pakete abonniert werden, desto günstiger wird der Preis je Paket. Das beabsichtigt auch, dass der neue Pay-TV-Konkurrent, „Liga Total“ im IPTV-Angebot der Telekom mit allen Bundesliga-Partien live, preislich unterboten wird. „Liga Total“ mit derzeit 600 000 Kunden kostet inklusive des notwendigen T-Home-Entertain-Anschlusses monatlich 59,90 Euro (darin allerdings enthalten: Telefon, DSL plus Flatrates). Die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist ihrem besten Zahler – mit rund 225 Millionen Euro finanziert Sky den Löwenanteil der 390 Millionen Euro TV-Einnahmen – entgegengekommen. Mit Beginn der Saison 2009/2010 findet ein Spieltag zu fünf Anstoßzeiten statt: Freitag 20 Uhr 30 (ein Spiel), Samstag 15 Uhr 30 (fünf Spiele), Samstag 18 Uhr 30 (ein Spiel), Sonntag 15 Uhr 30 und Sonntag 17 Uhr 30 (jeweils ein Spiel).

In diversen Internet-Foren gibt es Kritik an der Preispolitik von Sky. „Die haben nichts verstanden“, heißt es dort. Wer Sky Bundesliga abonniert, der will allein das Bundesliga-Portal und nicht gezwungen werden, das gemischte Programm-Portal Sky Welt ebenfalls nehmen zu müssen. Sky-Chef Williams hält dagegen. Eine wesentliche Gruppe der Pay-TV-Abonnenten seien junge Familien, die Interesse hätten an Sendern wie National Geographic, Discovery Channel, Disney Channel, Sky Krimi oder SciFi. Zudem seien von den aktuell 2,5 Millionen Premiere-Kunden nur rund 500 000 reine Bundesliga-Bucher. „Klar wollen wir die halten“, sagte Williams und kündigte an, dass diese Kunden bei einer Verlängerung des dann teureren Bundesliga-Abos mit Gratifikationen wie drei Monate Sky Sport rechnen können.

Williams möchte, und auch das ist ein Grund für die Umbenennung, anders als Premiere „vorzüglichen Kundenservice“ bieten, in den Call-Centern, beim Verkauf und beim Installieren der Sky-Receiver (Premiere-Set-Top-Boxen funktionieren weiter): „Wir wollen dem Abonnenten garantieren, dass er nur noch die Fernbedienung drücken muss.“ Eine Werbekampagne mit Franz Beckenbauer als Zugpferd soll alte Premiere- und neue Sky-Kunden überzeugen. „Wir werden alle Register ziehen.“ Joachim Huber

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