Social Communities : Mau-Mau im Netzwerk

Nicht nur bei Apple: Die VZ-Gruppe bekommt eigene Apps - und von 2010 auch kostenpflichtige Dienste.

Kurt Sagatz

Felix würde außerhalb des Internets vermutlich Max Mustermann heißen. Bei den VZ-Netzwerken, zu denen die 15 Millionen Mitglieder von Schüler VZ, Studi VZ und Mein VZ gehören, gibt Felix Neuigkeiten bekannt und erklärt schwierige Themen. In dieser Woche hat Felix eine besondere Botschaft: Die VZ-Netzwerke starten eigene Apps. Apps sind kleine Programme, die eine große Wirkung haben. Für das iPhone von Apple gibt es inzwischen 100 000 Apps. Das ist schön für die Nutzer, die nun zum Beispiel ganz viel spielen können. Und das ist schön für Apple, denn die Plattform verdient an den kostenpflichtigen Applikationen mit. Üblich ist, dass der App-Hersteller mit 70 Prozent den Löwenanteil erhält, der Rest geht an die Plattform.

Die VZ-Netzwerke, die zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck gehören, beginnen freilich bescheidener mit einem Dutzend Anwendungen, bei denen es sich überwiegend um Spiele handelt. Bei den Brain Buddies, einer Art Gehirnjogging, wird Konzentration und gute Beobachtungsgabe belohnt. Je besser der Spieler, desto höher sein Gehirngewicht. Um sich mit anderen Spielern zu messen, kann man Leute aus seinem virtuellen Freundeskreis zu den Brain Buddies einladen. Man kann zudem Karaoke (Mikestar) trainieren oder sich mit dem Kartenspiel Mau-Mau die Zeit vertreiben. Aber auch das Lehrerbewertungsforum Spickmich.de, die Spendenwerbeplattform Spendino oder das Bild des Tages von stern.de werden mit eigenen Apps eingebunden. All diese Dienste gehören zum Open-Social-Konzept, das von Google mit dem Ziel entwickelt wurde, im Internet einheitliche Schnittstellen zwischen verschiedenen Plattformen wie MySpace, Facebook oder Xing zu etablieren.

Diese Form des Zeitvertreibs ist nicht neu, das weiß auch Felix. Weil aber die VZ-Netzwerke ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind, gibt es ein paar Besonderheiten beim Datenschutz. Dazu gehört, dass die Anbieter der Apps nur das über den Nutzer erfahren, was dieser von sich preisgeben will. Erreicht wird das über Visitenkarten, die man mehr oder weniger detailliert ausfüllen kann. Für die Brain Buddies reichen zum Beispiel der Vorname und das eigene Profilbild aus. Zudem erhalten die Anbieter keinen automatischen Zugriff auf die Freundesliste des Nutzers.

Für die Holtzbrinck-Community werden die Apps zugleich zum Einstieg in den Welt der Bezahldienste. Vom zweiten Quartal 2010 an will die VZ-Gruppe Payment-Funktionen bereitstellen. Damit können zum Beispiel virtuelle Güter wie Kleidung für Spiele gekauft werden. Aber auch die über Pizza.de gelieferten Bestellungen lassen sich so im Netzwerk abrechnen. Wie viel die VZ-Netzwerke damit im nächsten Jahr verdienen wollen, wollte Netzwerkchef Markus Berger-de León nicht verraten – und auch Felix konnte dazu nichts sagen. Kurt Sagatz

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