Soziale Netzwerke : Ist mein Haustier drin?

Mit dem Europamagazin „Yourope“ will Arte die Generation Facebook fürs Fernsehen begeistern

Markus Ehrenberg
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»Yourope«-Moderator Andreas Korn.Foto: ZDF

Sind Meerschweinchen jetzt auch schon in der digitalen Welt angekommen? Mit solchen und allgemeineren Fragen aus der digtalen, vernetzten Welt beschäftigt sich „Yourope“, ein neues Europamagazin auf Arte, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Es richte sich vorrangig an die Generation Facebook, so Produzentin Tita von Hardenberg und widme sich wöchentlich immer sonntags gesellschaftspolitischen Fragen, die die Lebenswelt der mit Easy Jet, Youtube, Twitter oder eben Facebook aufgewachsenen jungen Europäer betreffen.

Ach, die Generation Facebook, die Heerscharen an Usern weltweit in den sozialen Netzwerken. Millionenfach strömen sie täglich, nächtlich an ihre Computer, Laptops, i- und sonstige Smartphones, um soziale Kontakte zu pflegen. Was gäben die Fernsehsender darum, diese Zielgruppe auch wieder oder weiter fürs Fernsehen zu interessieren. Daran sind schon einige TV-Formate gescheitert. Das weiß auch „Yourope“-Moderator Andreas Korn, 35, ein neues Arte-Gesicht, bislang Moderator der ZDF-Kindernachrichtensendung „Logo“. Korn hat, na logo, eine Facebook-Seite und sagt: „Wir wollen die Leute auf Augenhöhe abholen.“ Gleich zu Beginn der Pilotsendung, die am 10. Januar um 17 Uhr 45 ausgestrahlt wird, spricht der Moderator vom „großen Konkurrenten, das Internet“. Was kann das Fernsehen dagegen tun – oder besser: damit? Warum sollte man sich eine halbe Stunde von seinem Treiben im Internet lösen, um, bei aller Originalität der Namensfindung, „Yourope“ (ein Kompositum aus Youtube und „My Europe“) zu schauen? Immerhin, die Themen der ersten Sendung treffen durchaus den Nerv der Zeit: Wie Polit-Flashmobber ihre Konsumentenmacht nutzen, Studentenprotest 2.0 oder Facebook für Haustiere, „Pets-Dating“, wie Frauchen und Herrchen in Frankreich ihre Hunde, Katzen und Meerschweinchen vernetzen. Alles recht ironiefrei präsentiert. Das Rad wird nicht neu erfunden, ist aber immerhin ein linearer Ansatz zu erkunden, inwiefern Fernsehen über das Thema Internet überhaupt funktioniert.

Auch wenn die Arte-Sprecherin ungerne von „der Zielgruppe“ spricht, der Arte-Zuschauer ist im Schnitt 56 Jahre alt, zusammen mit „Der Blogger“, einem weiteren neuen Magazin, geht der deutsch-französische Kulturkanal auf die Suche nach dem Zuschauer von morgen.

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