Sparen, sparen, sparen : WDR zieht „Ü-Wagen“ aus dem Verkehr

Eine der bekanntesten Radiosendungen in Nordrhein-Westfalen wird nach 36 Jahren eingestellt.

Von 1974 bis 1994 fuhr Carmen Thomas mit dem Ü-Wagen durch NRW.
Von 1974 bis 1994 fuhr Carmen Thomas mit dem Ü-Wagen durch NRW.Foto: Andreas Teichmann

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) will nach 36 Jahren seine bekannte Radiosendung „Hallo Ü-Wagen“ einstellen. „Ich bin entsetzt darüber“, sagte die Moderatorin Julitta Münch am Freitag in Köln. Der WDR begründe seine Entscheidung damit, dass die mehrstündige Live-Sendung aus jeweils einem anderen Ort in Nordrhein-Westfalen sehr teuer sei. „Ich würde das sehr bedauern, weil ich das auch für eine Identifikationssendung halte“, sagte WDR-Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi. Ihr sei die Entscheidung aber neu, und deshalb wolle sie sich zunächst informieren. „Hallo Ü-Wagen“ läuft seit 1974 und wurde die ersten 20 Jahre lang von Carmen Thomas moderiert. Die Sendung hat immer ein bestimmtes Thema. Dazu werden Experten oder auch Politiker eingeladen. Bestimmt wird die Sendung aber von den Bürgern vor Ort, die ihre Meinung dazu abgeben und den offiziellen Gästen auf den Zahn fühlen. Immer wieder ist hervorgehoben worden, dass die Sendung wesentlich zur Diskussionskultur beigetragen habe.

Der WDR hatte bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er sich ohne größere Probleme von vermeintlich alten Zöpfen trennen kann. Trotz heftiger Proteste aus der Zuschauerschaft wurde im Jahr 2003 die TV-Sendung „WDR Computerclub“ nach über zwanzig Sendejahren eingestellt. In eingeschränkter Form wird der „Computerclub 2“ seither im Internet fortgesetzt. dpa/sag

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