Medien : „Spiegel“: Fünf Redakteure für KG-Führung

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Für die Neuwahl der Geschäftsführung der einflussreichen Mitarbeiter KG beim „Spiegel“ im März 2007 bewerben sich neben Gabor Steingart, Leiter des Hauptstadtbüros, auch Wirtschaftsressortleiter Armin Mahler sowie die Redakteure Thomas Darnstädt (Deutsche Politik), Manfred Ertel (Ausland) und Marianne Wellershoff (Kultur). Das erfuhr der Tagesspiegel gestern aus Verlagskreisen. Zwei der fünf Geschäftsführersitze erhält die Redaktion, die übrigen drei werden von Verlag (zwei) und Dokumentation besetzt. Die auf drei Jahre gewählte KG-Spitze kann unter anderem mitbestimmen, wenn ein neuer Chefredakteur berufen wird. Die Redakteure Darnstädt und Mahler zählen bereits zu den Mitgliedern.

In einem emotionalen Schreiben an die „Spiegel“-Mitarbeiter, welches dem Tagesspiegel vorliegt, wirft Neubewerber Steingart der amtierenden Geschäftsführung der Mitarbeiter KG vor, „mitunter wie eine Geheimloge“ agiert zu haben. Ursprünglich als Gegengewicht zum „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein von diesem bewusst so konzipiert, sei die KG „mittlerweile selbst in die Rolle des Patriarchen geschlüpft“, ohne allerdings „für etwas“ zu sein. Steingart schreibt, er habe den Eindruck, die aktuelle Geschäftsführung „hat den Glauben an die starke, singuläre Stellung des ,Spiegel’ verloren“. Hektisch wolle man stattdessen „mit allen möglichen ,Spiegel’-Ablegern an den Kiosk – mehr aus Verzweiflung denn aus Überzeugung“. Zur Abberufung des Verlagsgeschäftsführers Karl Dietrich Seikel fragt er: „Wieso so hastig? Wieso überhaupt?“ Seikels Nachfolger schweigt indes. „Mario Frank wird sich die ersten 100 Tage nicht äußern“, sagte eine „Spiegel“-Sprecherin. Marc Felix Serrao

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