Sport-Fernsehen in Bewegung : Moderator gesucht

Dazn, Eurosport, RTL Nitro: Am Sportjahr 2017 sind so viele Namen und Sender beteiligt wie nie. Vor allem der Fußballfan muss sich umstellen.

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„Alle wollen sie, wir haben sie“: Laura Wontorra.
„Alle wollen sie, wir haben sie“: Laura Wontorra.Foto: picture alliance / dpa

Sie gilt als die „heißeste Sportmoderatorin Deutschlands“, am Ende hat RTL Nitro das Rennen gemacht. Laura Wontorra war von mehreren Fernsehsendern umworben, nun kommentiert die Tochter von Jörg Wontorra zusammen mit Sky-Mann Thomas Wagner von der kommenden Saison an bei RTL Nitro die Zusammenfassungen der Fußball-Bundesliga.

Der Spartensender hat die Highlight-Rechte für den Montagabend bis Mitte 2021 erworben und das Moderatorenduo für vier Jahre verpflichtet. Angeblich war Wontorra auch für die Moderation der populären ARD-„Sportschau“ am Samstag im Gespräch, aber dort übernimmt ab Sommer 2017 bekanntlich Jessy Wellmer vom RBB, in Nachfolge von Reinhold Beckmann .

„Alle wollen sie, wir haben sie“, frohlockte Oliver Schablitzki, Senderchef RTL Nitro. Laura Wontorra arbeitet derzeit noch beim Spartensender Sport 1. Dort hat sich die 27 Jahre alte Journalistin längst aus dem Schatten von Sport-TV-Urgestein Jörg Wontorra gelöst. Der übernimmt wiederum im kommenden Jahr eine Fußball-Talkrunde bei Sky Sport News – am Sonntagvormittag, in direkter Konkurrenz zum „Doppelpass“ auf Sport 1.

Dort hatte Jörg Wontorra bis Mitte 2015 moderiert. Seine Tochter soll bei RTL Nitro auch bei TV-Übertragungen von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (RTL besitzt die Rechte an den Qualifikationsspielen zu WM und EM), vom Boxen und von der Formel 1 zum Einsatz kommen.

Mit dem Jahr 2016 ist Bewegung wie nie auf dem Markt für Medien-Sportrechte und Moderatoren/Experten gekommen. Der neue Streamingdienst Dazn beispielsweise zeigt exklusiv Spiele der englischen Premier League, bringt zwischen den Jahren viel Livesport. Der Streamingdienst will jährlich 8000 Sport-Events live und auf Abruf bringen.

Werden Handball-Experten jetzt woanders gesucht?

Auch an den Übertragungsrechten für die im Januar startende Handball-Weltmeisterschaft in Frankreich soll Dazn interessiert sein. Die Verantwortlichen des Deutschen Handball-Bundes hatten auf Übertragungen im Free-TV gehofft, am liebsten bei ARD/ZDF. Deren Verhandlungen mit den Rechteinhabern waren gescheitert. Werden Handball-Experten jetzt woanders gesucht? Noch lässt sich Dazn nicht in die Karten schauen. Der Reporterpool werde ausgebaut, heißt es.

Als großer Media-Player hinzu kommt auch Discovery. Der US-Konzern hat für seinen Pay-TV-Sender Eurosport 2 Livespiele der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2017/18 an Land gezogen. Die DFL hatte die Medienrechte für die Bundesliga neu vergeben. Bislang warb Sky mit dem Slogan „Alle Spiele, alle Tore“.

Ab der Saison 2017/2018 wird die Bundesliga auch im Pay-TV von Eurosport 2 zu sehen sein. Fußballfans, die alle Spiele sehen wollen, brauchen also zwei Abos. Die Fans vor dem Fernseher, die alle Spiele live verfolgen wollen, müssen umschalten: 43 Partien, darunter alle Freitagsspiele (20 Uhr 30), die fünf neuen Ausweichspiele am Sonntag 13 Uhr 30 und die fünf neuen Montagspartien (um 20 Uhr 30) laufen bei Eurosport 2.

Auch Matthias Sammer ist im Experten-Gespräch.
Auch Matthias Sammer ist im Experten-Gespräch.Foto: dpa

Dafür braucht es in der Eurosport-Gruppe mehr Moderatoren und Experten. Bislang ist der Sender vor allem durch seine Radsport-Kompetenz in Erscheinung getreten oder in diesen Tagen durch die Vierschanzentournee auf Eurosport 1 mit den Experten Sven Hannawald und Martin Schmitt, nicht durch Fußball.

Der Name Matthias Sammer ist gefallen. Laut „Kicker“ soll der 49-Jährige seine berufliche Auszeit beenden und „in einem neuen Betätigungsfeld“ in den Profi-Fußball zurück kehren. Der frühere Sportvorstand des FC Bayern stoße als Experte zu Eurosport. „Zu dem Thema werden wir uns nicht weiter äußern“, sagte ein Discovery-Sprecher. „Weitere Details zu unseren Produktionsplänen werden wir in den kommenden Wochen bekannt geben.“ Laura Wontorra wird wohl nicht der letzte Wechsel gewesen sein.

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