Medien : "Sportgate": Endgültig pleite

Das Internet-Portal "Sportgate" von Ex-Tennisstar Boris Becker ist pleite. Beim Amtsgericht Charlottenburg sei die Insolvenz beantragt worden, gab das Berliner Unternehmen in einer Pressemitteilung am Montag bekannt. Damit war das Portal, das im März mit monatelanger Verspätung gestartet wurde, nur gut zwei Monate online. Die Gespräche zur Rettung der Firma seien gescheitert, hieß es weiter bei Sportgate. An der Sportgate AG hält Boris Becker mit über 50 Prozent die Mehrheit. Weitere Gesellschaftler sind Pixelpark-Chef Paulus Neef, die Venturepark Incubator AG und der Deutsche Sportbund.

Bereits vergangene Woche waren Spekulationen über Zahlungsschwierigkeiten des Portals aufgekommen. Offenbar ist keiner der Gesellschafter mehr bereit, frisches Geld für das Portal zur Verfügung zu stellen. Jetzt wird ein Käufer gesucht, der das schnelle Aus noch verhindern soll. Von informierten Kreisen hieß es, Becker habe ein Angebot Neefs abgelehnt, seine Anteile mit zu übernehmen. Und Vorstandschef Helmut Thoma hatte Neef am Freitag vorgeworfen, er weigere sich trotz vertraglicher Verpflichtung, bis zu 4,3 Millionen Mark (2,21 Millionen Euro) nachzuschießen. Neef konterte jedoch jetzt, "unüberbrückbare Differenzen" hätten zum Scheitern geführt. Seine Sprecherin wiederum teilte mit, Neef habe einen neuen Investor genannt und damit seine Verpflichtung zu einer neuen Kapitalspritze nachgekommen. "Sportgate" teilte jedoch am Montag mit, die Forderungen der Gesellschaft gegenüber ihren Anteilseignern überschritten wesentlich die Verbindlichkeiten und den kurzfristigen Kapitalbedarf. Der Vorstand überprüfe zusammen mit dem Insolvenzverwalter daher nun die Möglichkeiten einer Übergangssanierung.

Erst vor einer Woche hatte Becker den Schweizer Top-Manager Hans-Dieter Cleven an seine Seite geholt habe, um seine Unternehmen flottzumachen.

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