Medien : „Sportstudio“ reloaded

ZDF-Sendung mit altem Titel und samstags um 22 Uhr

-

Die Vergangenheit wird Zukunft – beim „Sportstudio“ des ZDF. Mit dem alten Namen und der alten Sendezeit will das ZDF den schleichenden Niedergang der Sendung stoppen. Das älteste TVMagazin Deutschlands soll als „Das aktuelle Sportstudio“ mit Anpfiff der neuen Bundesliga-Saison am 6. August wieder samstags um 22 Uhr beginnen. Zugleich möchte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz die seit 1963 bestehende Sendung „jünger, frischer und dynamischer“ machen; ein neues Design ist angekündigt.

Das „Sportstudio“ wird gerne als „Kult-Sendung“ herumgereicht, dennoch leidet sie durch den wachsenden Konkurrenzdruck seit Jahren unter Quoten-Rückgang. 2004 lag die durchschnittliche Zuschauerzahl des meist erst um 23 Uhr beginnenden Magazins nur noch bei 2,05 Millionen mit einem Marktanteil von 11,8 Prozent. Zum Vergleich: Noch 1992 schauten im Schnitt 3,78 Millionen zu (Marktanteil 20 Prozent).

Die Rückkehr auf den vor rund zwei Jahren aufgegebenen Sendeplatz bezeichnete der neue „Sportstudio“-Leiter Thomas Fuhrmann als „Vertrauensvorschuss“ des Senders. Schließlich hat „der Krimi vor dem „Sportstudio oft 3,5 Millionen Zuschauer“. Der nun angekündigte Rückgriff auf Bewährtes mit gleichzeitigen Neuerungen ist die vielleicht letzte Chance der Traditionssendung.

Was bleibt: die legendäre Torwand, der Ohrwurm Titelmusik, der Anspruch, nicht 1:0-Berichterstattung, sondern Sportjournalismus zu leisten. Mehr Außenübertragungen bei interessanten Ereignissen sollen für Glanz und Unterhaltung sorgen. Dringend gesucht wird eine Moderatorin. Sollte eine geeignete Journalistin gefunden werden, muss einer aus dem bisherigen Männer-Quartett Rudi Cerne, Johannes B. Kerner, Wolf-Dieter Poschmann und Michael Steinbrecher ausscheiden. „Die Gesamtzahl bleibt bei vier“, sagte Gruschwitz. dpa/jbh

0 Kommentare

Neuester Kommentar