Medien : Springer bei „Daily Telegraph“ aus dem Rennen?

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Der SpringerKonzern ist nach Informationen der „Sunday Times“ mit dem Versuch einer Übernahme der britischen Zeitung „The Daily Telegraph“ gescheitert. Die Muttergesellschaft Hollinger International habe das Angebot der Axel Springer AG in Höhe von 815 Millionen Euro als zu niedrig abgelehnt, berichtete die Londoner „Sunday Times“. Die Zeitung berief sich auf nicht näher umschriebene Quellen mit Kenntnis von den Verhandlungen. Springer sei von der Bieter-Liste gestrichen worden. Die Zeitung „The Observer“ berichtete dagegen über Spekulationen, wonach Springer neben den britischen Barclay-Brüdern der Favorit für die Übernahme ist. Springer hatte zuletzt betont, es würden keine „Fantasiepreise“ gezahlt. Dennoch sei man zuversichtlich, das Geschäft abzuschließen.

Nach Darstellung der „Sunday Times“ konnte Springer zwar den „Telegraph“-Vorstand überzeugen, doch Medienanalysten hätten sich gefragt, ob die Deutschen die Leserschaft für sich gewinnen könnten. Schließlich bekenne sich Springer zur europäischen Einigung, während der „Daily Telegraph“ als sehr euroskeptische Zeitung bekannt sei. Im Rennen seien jetzt noch der Verlag des Boulevardblatts „Daily Mail“, die Barclay-Zwillinge, denen unter anderem die Zeitung „The Scotsman“ gehört, dann die Investmentgruppen Apax Partners und Candover sowie die Kapitalanlagegruppe 3i.

Nach Informationen des „Spiegel“ hat sich auch Richard Branson, der Gründer der Virgin-Gruppe, in den Bieterstreit eingeschaltet. Er habe mit Springer über einen gemeinsamen Einstieg beim „Telegraph“ verhandelt und eine Beteiligung von 51 Prozent angestrebt. Da Springer aber selbst an der Mehrheit interessiert sei, seien die Gespräche ergebnislos geblieben. Offen sei, ob Branson nun mit anderen Bietern zusammengehe.

Nach einem Bericht der britischen „Financial Times“ befürchten alle Interessenten. dass die Übernahme von den britischen Wettbewerbsbehörden neun Monate lang geprüft werden könnte. Somit käme das Geschäft erst im kommenden Jahr zustande. Der „Observer“ berichtete, dass Springer bereits bei Ministern in London nachgehorcht habe, ob die Regierung Bedenken gegen die Übernahme einer großen Zeitung durch einen deutschen Konzern habe. Das sei aber nicht der Fall gewesen. dpa/Tsp

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