Medien : Springer liebäugelt mit Aust-Magazin Verlag macht Beteiligung von Anzeigen abhängig

Janina Guthke

Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust und die Axel Springer AG könnten bald gemeinsam ein Nachrichtenmagazin herausgeben. Aust habe dem Medienhaus eine Beteiligung an der „Woche“ angeboten, bestätigte ZeitschriftenVorstand Andreas Wiele bei der Hauptversammlung des Unternehmens am Freitag in Berlin. Das Projekt sei „publizistisch interessant“, sagte Wiele. Eine endgültige Entscheidung soll bald fallen, sie wird vom erwarteten Anzeigenaufkommen abhängen. Der Vorstand solle sich lieber um die digitalen Medien kümmern, forderte dagegen ein Aktionär.

„Jeder fünfte Euro, den wir erwirtschaften, kommt heute aus dem digitalen Geschäft“, hatte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner zuvor erklärt. Der Umsatzanteil der digitalen Medien sei seit 2006 von sechs auf 21 Prozent gestiegen. Das wolle man ausbauen. Auch bezahlte Angebote im Netz und auf mobilen Geräten gehören zur Strategie. Leser seien auch in Zukunft bereit, für attraktive Inhalte zu bezahlen, „unabhängig vom Vertriebskanal“, sagte Döpfner. Es handle sich dabei jedoch um langfristige Chancen. Die Digitalisierung gelte als wichtiges Standbein, doch auch in die Print-Titel müsse investiert werden: „Print wurde oft totgesagt, bisher zu Unrecht.“

Das Medienhaus kündigte an, 2,93 Millionen eigene Aktien bei institutionellen Investoren platzieren zu wollen. Der Verkauf solle noch im laufenden Quartal zeitgleich mit einer Platzierung von 2,75 Millionen Springer-Aktien aus dem Bestand der Deutschen Bank erfolgen. Damit wären 40 Prozent der Aktien in Streubesitz. Wie erwartet, blieb die Axel Springer AG im Krisenjahr 2009 hinter den Vorjahresergebnissen zurück. Die Dividende bleibt mit 4,40 Euro je Aktie konstant. Im ersten Quartal 2010 stieg der Umsatz um sieben Prozent.Janina Guthke

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