Springer sucht Supplement : Die "Welt" erscheint nicht mit "Cicero" und "Monopol"

Der Axel-Springer-Verlag wollte seine Tageszeitung "Die Welt" mit den Magazin-Beilagen "Cicero" und "Monopol" aufwerten. Jetzt ist der Deal zwischen ihm und der Schweizer Verlagsgruppe Ringier geplatzt.

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Der "Cicero" ist Deutschlands führendes politisches Debattenmagazin. Foto: Promo
Der "Cicero" ist Deutschlands führendes politisches Debattenmagazin.Foto: Promo

Liegt einer Tageszeitung zusätzlich ein Magazin bei, steigt die Auflage: So zu beobachten unter anderem bei Axel Springers „Die Welt“ und „Welt kompakt“, die seit Mai dieses Jahres jeweils am ersten Freitag im Monat mit der hauseigenen Wirtschaftszeitschrift „Bilanz“ angereichert sind. Warum also nicht auch die übrigen Freitagsausgaben mit Zusatz-Magazinen versehen? Am zweiten und dritten Freitag im Monat sollten deshalb jeweils das Debattenmagazin „Cicero“ und die Kunstzeitschrift „Monopol“ aus dem Schweizer Ringier-Verlag den „Welt“-Ausgaben beiliegen. Für dieses Recht wollte Springer eine Lizenzgebühr an Ringier zahlen. Jetzt sind die Verhandlungen über diese sogenannte „Beilagenstrategie“ gescheitert.

Für beide Verlage hätte es eine Win-win-Situation sein können: Durch den Deal wären die Auflagen von „Cicero“ und „Monopol“ um mehr als das Doppelte beziehungsweise das Fünffache gestiegen. Wie der „Spiegel“ berichtet, schreiben derzeit beide Magazine rote Zahlen: Als Supplement einer Tageszeitung zu fungieren, wäre daher durchaus attraktiv gewesen. Die „Welt“ hätte sich dafür mit zwei hochwertigen Publikationen des deutschen Zeitschriftenmarktes geschmückt.

Springer hält sich bei der Beilagenstrategie "alle Optionen offen"

Bei der genauen Ausarbeitung des Plans konnten sich die beiden Verlagsgruppen jedoch nicht einigen. „Es gab unterschiedliche Vorstellungen über die Umsetzung der Beilagenstrategie“, sagte Springer-Sprecher Tobias Fröhlich dem Tagesspiegel. „Daher haben beide Seiten beschlossen, die Gespräche dazu nicht fortzusetzen.“

Dass der Springer-Verlag die „Welt“ und „Welt kompakt“ künftig trotzdem mit hochwertigen Magazinbeilagen anreichern will, gilt aber als gesetzt. „Andere Verlage werten ihre Publikationen ebenfalls dadurch auf“, sagte Fröhlich. „Wir halten uns deshalb bei der Beilagenstrategie alle Optionen offen.“

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