Stalking oder Socialising? : Hier bin ich

Am Mittwoch hat Facebook in den USA „Places“ gestartet. Doch der neue Dienst des sozialen Netzwerks steht bereits jetzt in der Kritik.

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Da kann Facebook-Gründer Mark Zuckerberg noch so sehr den neuen Dienst „Places“ (Orte) anpreisen, mit dem Nutzer des sozialen Netzwerks künftig ihren Aufenthaltsort anzeigen können – Carla Corn Schwalbert bleibt trotzdem skeptisch. „Es sieht so aus, als wenn ,Places’ Stalking auf ein ganz neues Level bringt“, schreibt sie auf der Facebook-Seite.

Am Mittwoch wurde „Places“ gestartet, vorerst funktioniert der Dienst nur in den USA, bald soll er allen weltweit mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern zur Verfügung stehen. Mit „Places“ können sie sich per Handy an ihrem aktuellen Aufenthaltsort wie zum Beispiel einem Restaurant „anmelden“. Der Standort wird dann für die Kontakte des Nutzers auf einer Karte sichtbar. „Es handelt sich dabei aber keineswegs um eine Verfolgungs- oder Ortungssoftware“, sagte eine Facebook-Sprecherin dem Tagesspiegel. Vielmehr sollten die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkmitgliedern weiter verbessert werden. Mit „Places“ könnten Nutzer nicht nur angeben, wo sie gerade mit wem unterwegs sind, sondern auch Freunde in der Nähe finden oder Plätze entdecken, die ihren Freunden gefallen. Ähnliche Dienste wie Foursquare oder Gowalla waren zuletzt rasant gewachsen.

Insbesondere für Unternehmen und die Werbeindustrie ist der Dienst attraktiv, denn die Nutzer können durch die Preisgabe ihres Aufenthaltsorts gezielt mit Anzeigen oder Angeboten angesprochen werden.  Datenschützer kritisierten, dass die Nutzer über „Places“ ihre Begleitungen unter Umständen auch ohne deren Zustimmung an einem bestimmten Ort „einchecken“ können. Facebook setzt den Bedenken entgegen, dass detailliert festgelegt werden könne, wer ihren Aufenthaltsort sehen kann und wer nicht. Und zunächst müssten die Nutzer überhaupt der Teilnahme bei „Places“ zustimmen. Als Grundeinstellung gelte, dass nur bestätigte Freunde den Aufenthaltsort eines Nutzers sehen könnten. Außerdem seien die „Places“ grundsätzlich auf öffentliche Räume wie Restaurants oder Sehenswürdigkeiten beschränkt. Werde ein privater Ort wie eine Wohnung markiert, könne das von Facebook gelöscht werden. Sonja Pohlmann

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