Medien : Stasi-Experte gegen Computerspiel

Stasi-Experte Hubertus Knabe hat die geplante Veröffentlichung des umstrittenen Computerspiels „1378 (km)“ erneut scharf kritisiert. Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen appellierte an die Verantwortlichen, das Spiel über den Schießbefehl an der früheren innerdeutschen Grenze „aus Respekt vor den Opfern“ nicht ins Internet zu stellen. Knabe sagte am Dienstag, offenbar habe die Staatliche Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe aus der Debatte vom Herbst nichts gelernt.

Die ursprünglich für den 3. Oktober geplante Premiere war von den Verantwortlichen auf kommenden Freitag verschoben worden. Kritiker wie Knabe hatten unter anderem bemängelt, durch das Spiel würden sich die Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen. Das Spiel mit dem Titel „1378 (km)“ ist angesiedelt im Jahr 1976, als es noch die DDR und die 1 378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze mit Patrouillen und Selbstschussanlagen gab. Die Spieler teilen sich in zwei Teams auf, spielen „Republikflüchtlinge“ oder Grenzsoldaten. Die Grenzsoldaten sollen die Flüchtlinge stoppen, auch mit Waffengewalt. dpad/Tsp

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