Medien : „Stern“ und „Bunte“ vor Gericht

Berichterstattungs-Verbot über „Spitzelaffäre“

Foto:Doris Spiekermann-Klaas
Foto:Doris Spiekermann-Klaas

In der Auseinandersetzung zwischen den Zeitschriften „Bunte“ und „Stern“ hat das Hamburger Landgericht ein Urteil gefällt: Der „Stern“ darf nicht mehr über eine sogenannte „Spitzelaffäre“ bei „Bunte“ berichten, wie das Gericht am Freitagabend mitteilte. Hintergrund war ein Bericht des Magazins aus dem Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr, der sich mit „verbotenen Recherchemethoden“ einer Berliner Agentur befasste. Diese war von „Bunte“ mit Recherchen über das Privatleben prominenter Politiker beauftragt worden, darunter der frühere SPD-Chef Franz Müntefering.

Der „Stern“ hatte den Beitrag im Februar 2010 veröffentlicht. Die Ankündigung im Inhaltsverzeichnis lautete: „Spitzelaffäre: Das Privatleben prominenter Politiker wurde systematisch ausspioniert.Wer steckt dahinter? Die Illustrierte ,Bunte’“. In einer Überschrift des Artikels hieß es unter anderem: „Die Aufträge kamen von der Illustrierten ,Bunte’…“ Dagegen war die Zeitschrift aus dem Burda-Verlag (München) vor Gericht gezogen. „Die Klägerin behauptet, über die konkreten Recherchemethoden der beauftragten Agentur nicht informiert gewesen zu sein“, berichtete das Gericht. Durch die „Stern“-Berichterstattung werde der Eindruck erweckt, „Bunte“ habe die Agentur in dem Wissen eingeschaltet, dass die Politiker mit „geheimdienstlichen“ oder gar kriminellen Methoden überwacht oder ausspioniert würden oder werden sollten.

„Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel begrüßte das Urteil: „Damit hat ein deutsches Gericht festgestellt, dass der ,Stern’ seine Diffamierungen gegenüber ,Bunte’ nicht wiederholen darf.“ „Stern“-Sprecherin Melanie Schehl hingegen sagte: „Was die uns von ,Bunte’ vorgeworfene Eindruckserweckung betrifft, sind wir nicht der Auffassung, dass dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, auch wenn das Landgericht Hamburg anders entschieden hat.“ dpa/Tsp

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