Medien : Streit um „IM Wallraff“ geht weiter

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Das Hamburger Landgericht wird über den Streit um die StasiVorwürfe von Zeitungen des Konzerns Axel Springer gegen den Autor Günter Wallraff nicht vor Herbst entscheiden. Es gab Springer in der Verhandlung am Freitag bis zum nächsten Termin am 29. Oktober Gelegenheit, neue Schriftsätze Wallraffs zu erwidern. In dem Prozess geht es um einen Widerspruch des Medienkonzerns gegen eine Einstweilige Verfügung Wallraffs. Der Journalist („Ganz unten“) hatte Zeitungen des Konzerns untersagt, den Begriff „Stasi-IM Günter Wallraff“ zu verwenden. Die Stasi-Unterlagen-Behörde hatte im September 2003 bekannt gegeben, Wallraff sei von der DDR-Staatssicherheit für den Zeitraum 1968 bis 1971 als Inoffizieller Mitarbeiter „IM Wagner“ registriert gewesen. Wallraff will in dieser Zeit lediglich DDR-Archive zur Recherche etwa über NS-Größen fünf bis sieben Mal genutzt haben.

Der Vorsitzende Richter Andreas Buske sagte, eine Frage sei, ob der Schritt von der Registrierung bei der DDR-Staatssicherheit zur willentlichen Zusammenarbeit Wallraffs gezogen werden könne. Der Beweis dazu sei anhand der vorgelegten Schriftstücke nicht erbracht.Der Anwalt des Medienkonzerns sprach dagegen von einer „Fülle von Beweisen, die zusammenpassen“. Der Richter verwies darauf, dass Springer durchaus – unter Heranziehen von Dokumenten und einer Stellungnahme Wallraffs – über den Fall im Rahmen einer „zulässigen Verdachtsberichterstattung“ berichten könne. Nur dürfe nicht behauptet werden, der Autor sei Inoffizieller Mitarbeiter gewesen. dpa/Tsp

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