Medien : Sturm der Scheinheiligen

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Herr Goldhammer: Worüber haben Sie sich in den Medien in der vergangenen Woche am meisten geärgert?

Nachdem Edmund Stoiber erneut sein Talent gezeigt hat, auch im Rahmen einer nur zweiminütigen Pressekonferenz zu seinem Abgang noch über einen Stuhl zu stolpern, bleibt eine andere Frage: Wen interessieren Seehofers private Zeugungsfähigkeiten wirklich? Und wie kann man Schlagzeilen-Gier und politische Machtinteressen besser verknüpfen als in einem solchen Lehrstück der medialen Scheinheiligkeit. Benchmark!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Wie macht man aus einem Tief ein Medienhoch? Man hängt einfach sein Mikrofönchen in den Wind. Egal, dass auf dem Brocken kaum Menschen wohnen. Hauptsache es wirkt windig in den News. Dazu wurde intensiv recherchiert, bis man endlich einige Unfälle beisammen hatte. Killer-Orkan Kyrill! Wenigstens der Deutsche Wetterdienst war diesmal informativ auf der Höhe. So konnte die kollektive Sturm-Paranoia wirken und vielleicht ein paar Desaster mehr verhindern helfen.

Klaus Goldhammer ist Gründer der Beratungsgesellschaft Goldmedia AG und Gastprofessor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der

FU Berlin

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