Talk : "Absurd!"

Die Sendung ist eines der Aushängeschilder des RBB. "Thadeusz", die 200. Ausgabe: Vielleicht kommt Joschka Fischer doch noch mal zum Talk.

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Talk-Jubiläum. Jörg Thadeusz verschlägt es eher selten die Sprache. Foto: RBB
Talk-Jubiläum. Jörg Thadeusz verschlägt es eher selten die Sprache. Foto: RBBFoto: rbb/Oliver Ziebe

Sein großes Ziel sei es, bereits zu Lebzeiten mit einem Reiterstandbild auf dem Berliner Boulevard „Unter den Linden“ geehrt zu werden. Das verkündet der Moderator Jörg Thadeusz auf der Website vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Immerhin, vom Gesellschafts-Polittalk „Leute am Donnerstag“ über die „Profis“ bei Radio Eins bis hin zur Freitagsshow „Dickes B.“ – in diversen Formaten beim RBB hat es der spaßige Moderator über die Jahre zu gewissem Ruhm gebracht, auch über die Hauptstadtregion hinaus. Ab und an ist der Journalist zwar schon an Grenzen geraten, beispielsweise bei „Leute am Donnerstag“. Aber nicht beim RBB-Personality-Talk „Thadeusz“, der am Dienstag mit dem Münchner Top-Ermittler Josef Wilfling als Gast in die 200. Runde geht.

Länger hat es der gebürtige Dortmunder bei keinem anderen Fernsehformat ausgehalten. „Thadeusz“ ist eines der Aushängeschilder des RBB. Der Talk liegt mit Marktanteilen um die 6,7 Prozent in der Spitze – wie am vergangenen Dienstag beim Gespräch mit Finanzsenator Ulrich Nußbaum – auch schon mal über RBB-Gesamtschnitt (aktuell: 6,3 Prozent).

Das Konzept: Ein Gast, Thadeusz, 30 Minuten. Hier scheint der schlagfertige Moderator ganz bei sich und seinen Gästen zu sein. Jörg Thadeusz weiß natürlich, dass die ganz große Zuschauermasse am Dienstagabend um viertel nach zehn woanders fernsieht. „Zugegeben, die Sendung gibt es nicht deswegen, weil alle Leute so heiß darauf sind, Jörg Thadeusz im Fernsehen zu sehen.“ Aber das Format sei für den RBB auch ein Imagegewinn. „Da sind Gäste, die kommen nur zu ,Thadeusz‘, so wie Marcel Reich-Ranicki oder Hanns Zischler. Die gehen nicht gerne in die große Runde.“ Da erreicht sie ja meist von irgendwo her immer noch ein Querschläger.

Fast fünf Jahre „Thadeusz“. 200 Ausgaben. Darf der Moderator da erst mal mit Gäste-Anekdoten loslegen, sprudelt es nur so aus ihm heraus. „Frau Limbach, der habe ich meine Bewunderung ausgesprochen. Genauso wie Iris Berben, die war schon zwei Mal da. Dann Mario Adorf, ein toller Mann.“ Auch über Josef Haders amüsante Zerknirschtheit habe er sich gefreut, obwohl das „unsere miserabelste Quote“ war. Sprachlos war Thadeusz nur bei Esther Schweins. Da stand er „wie Mogli vor der Schlange K.“ Wunschgäste? Katrin Müller-Hohenstein vielleicht. Oder Helmut Kohl. „Wenn der nicht, wie ich höre, zu krank wäre, würde ich mich gerne mal eine Stunde mit ihm unterhalten.“ Wahrscheinlich würde es Thadeusz da aber genauso ergehen wie bei Joschka Fischer. „Der hat auf unsere Einladung geschrieben: ,Absurd‘. Und hat’s zurückgeschickt.“

Der Alt-Kanzler bei „Thadeusz“ im Dritten, das wäre dann noch was fürs Reiterstandbild.

„Thadeusz“, Dienstag, RBB, 22 Uhr 15

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