"Tatort"-Schauspieler Boris Aljinovic : "Der Zweck ist Unterhaltung"

Am Sonntag ermittelt Boris Aljinovic im Berliner "Tatort" zum letzten Mal gemeinsam mit Dominic Raacke. Über den Abschied von Kommissar Ritter will er nicht reden, wohl aber über seinen allerletzten Einsatz im November.

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Boris Aljinovic spielt seit 2001 den Berliner "Tatort"-Kommissar Felix Stark. Ende 2014 hat er seinen letzten Einsatz.
Boris Aljinovic spielt seit 2001 den Berliner "Tatort"-Kommissar Felix Stark. Ende 2014 hat er seinen letzten Einsatz.Foto: RBB

Herr Aljinovic, in der aktuellen Folge “Großer schwarzer Vogel” wird ein kleiner Junge versehentlich von einer Briefbombe tödlich verletzt. Als Kommissar Felix Stark kümmern Sie sich beinahe seelsorgerisch um seine Mutter. Die Polizei, dein Freund und Helfer, ist das Ihr Bild von dieser Berufsgruppe?

Ich glaube, die meisten Beamten suchen ihrem Auftrag entsprechend und auch einfach nur als Mensch einen Zugang zu den Opfern. Nicht nur, um die Sachlage zu klären, sondern auch um ihnen erste seelische Hilfe zu gewähren und professionellen Rat zu vermitteln. Wie das immer klappt – naja, das ist so ein Feld, in dem wohl jeder immer besser werden möchte.

Wie weit kann es überhaupt die Aufgabe eines Fernsehkrimis sein, ein möglichst realistisches Bild von Verbrechen und Polizeialltag zu zeichnen?

Man schneidet sich für eine Geschichte ein Stück Realität ab und klebt es an ein anderes Stück, damit man eine Geschichte erzählen kann, sonst funktioniert es nicht. Verführen kann man aber trotzdem nur, wenn man glaubwürdig wirkt – das ist die Kunst, aber nicht der Zweck. Der Zweck ist Unterhaltung.

Berlin ist ein hartes Pflaster, wie die Kriminalstatistik zeigt. Wie weit kann das in einem TV-Krimi abgebildet werden?

 Mit dem Trick, mit dem man im Fernsehen an Unüberschaubares nah ran geht, um es greifbar zu machen - wenn möglich an die Figuren, die Menschen.

 Im aktuellen Fall spielt die DDR-Vergangenheit ebenfalls eine Rolle. Passt das noch zur Berliner Realität, beinahe 25 Jahre nach dem Fall der Mauer?

 Der Film spielt damit, dass Verletzungen der Vergangenheit bis in die Gegenwart prägen und weitere Verletzungen mit sich bringen können. Wer sich diese Brücke nicht ab und an erlaubt, kann in der Gegenwart nicht viel erkennen. 25 Jahre sind kein großer Zeitraum.

 Kennen Sie schon das Drehbuch zum nächsten Berliner “Tatort”, wovon handelt es?

 Ein wenig. Das wird ein mystischer, ein besonderer Fall. Ich bin freudig gespannt.

 Zum Abschluss: Was können Sie den künftigen Berliner “Tatort”-Ermittlern auf den Weg mitgeben?

 Habt Spaß! Genießt es! Ich freue mich auf Euch!

 Das Gespräch führte Kurt Sagatz.

"Tatort: Großer schwarzer Vogel", ARD, Sonntag, 20 Uhr 15

 

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