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iPad mini gegen Kindle Fire HD : Das Tablet-Duell

16.11.2012 00:00 Uhrvon
Für unterwegs. Das Kindle Fire HD von Amazon (li.) und das iPad mini von Apple eignen sich als ständige Begleiter ihrer Besitzer. Der Bildschirm des Apple-Tablets ist mit 7,9 Zoll etwas größer als der des Kindle, das zahlt sich beim Surfen aus. Foto: Kai-Uwe HeinrichBild vergrößern
Für unterwegs. Das Kindle Fire HD von Amazon (li.) und das iPad mini von Apple eignen sich als ständige Begleiter ihrer Besitzer. Der Bildschirm des Apple-Tablets ist mit 7,9 Zoll...

Flachcomputer im Taschenbuchformat: Apple und Amazon kämpfen um die Vorherrschaft in der 7-Zoll-Klasse. Am Ende entscheidet die Vielseitigkeit.

Viele Weihnachtsgeschenke dürften diesmal kleiner ausfallen. Tablet-Computer gelten weiterhin als heißer Geschenktipp, in diesem Jahr drängt die 7-Zoll-Klasse (18 Zentimeter Bildschirmdiagonale) verstärkt auf den Markt. Die Tablets im Taschenbuchformat sind nicht nur kleiner und leichter und eignen sich damit hervorragend für die Nutzung unterwegs. Die neue Geräteklasse ist zudem noch preiswerter. Besonders spannend ist dabei das Duell, das sich Apple und Amazon mit dem iPad mini und dem Kindle Fire HD liefern. Wir haben uns die beiden Tablet-Typen genauer angesehen.

HERAUSFORDERER KINDLE FIRE HD

Ein 7-Zoll-Tablet mit HD-Touchdisplay für unter 200 Euro, mit diesen Preis bewirbt der Internet-Handelsgigant Amazon den Tabletcomputer Kindle Fire HD.

Ehrlicherweise müssen weitere 15 Euro hinzugerechnet werden, denn so viel kostet es, die Werbeeinblendungen, die nach dem Einschalten des Geräts eingeblendet werden, dauerhaft loszuwerden. Danach sind dem Konsum keine Grenzen mehr gesetzt. Die Leistung des Dual-Core-Systems verhindert lästige Zwangspausen, der hochauflösende Bildschirm eignet sich gleichermaßen für Bücher, Bilder oder Filme, Letztere profitieren von dem guten Stereo-Lautsprechersystem. Eine Doppelantenne sorgt für flotten Datenaustausch im Wireless-Lan. Skype ist vorinstalliert, die HD-Frontkamera überträgt ein angenehm scharfes Bild.

Die Oberfläche des Android-Tablets wurde von Amazon komplett umgestaltet. Im Zentrum steht das Karussell mit den verschiedenen Apps. Das Karussell wird so lange per Wischbewegung gedreht, bis die gewünschte Anwendung oder das gesuchte Buch gefunden wird. Die Hauptrubriken im Menü heißen Einkaufen, Spiele, Apps, Bücher, Musik, Videos und Angebote und lassen erkennen, was das Kindle Fire HD vor allem ist: der verlängerte Online-Store von Amazon. Einige Apps und Inhalte sind zwar kostenfrei, aber die kostenpflichtigen Angebote stehen im Mittelpunkt. Immerhin: Komfortabler ist es schwerlich möglich, sein Geld für digitale Inhalte auszugeben.

Immerhin sperrt Amazon die Kindle-Nutzer nicht komplett ein. Selbst ohne Hackertools steht der Weg zu anderen App-Stores offen, wenn dies in der Systemsteuerung so eingestellt wird. Mit verhältnismäßig wenig Aufwand lässt sich so zum Beispiel der Alternativ-Browser Dolphin installieren und um Flash erweitern. Über die App für „Persönliche Videos“ lassen sich überdies auch jene Filme abspielen, die man per USB-Kabel vom Computer zum Kindle Fire transportiert hat. Andere Dateien wie Bücher, Fotos oder Musikalben können zudem über die Amazon-Cloud auf das Kindle-Tablet übertragen werden.

Die Stärken des Amazon-Tablets liegen in der Unterhaltung und dem Konsum, das Kindle Fire hat aber auch eine produktive Seite. Für elf Euro kann die mitgelieferte Office-Suite zur Vollversion „OfficeSuite Professional 6“ erweitert werden. Nun können Word-Texte, Excel-Tabellen oder Powerpoint-Präsentationen erstellt oder bearbeitet werden. Über den Nahbereichsfunk Bluetooth lässt sich zudem eine vollwertige Tastatur anschließen, allerdings muss sie mit dem Kindle kompatibel sein. In unserem Test hatten andere Bluetooth-Tastaturen Probleme mit Umlauten und Sonderzeichen.

MINI-IPAD MIT MAXI-FUNKTIONEN

„Jeder Zoll ein iPad“, bewirbt Apple das neue iPad mini. Und tatsächlich konnten wir in unserem Test auf dem iPad mini die gleichen Apps installieren wie auf einem großen Apple-Tablet. Selbst für die kostenpflichtigen Anwendungen musste nicht erneut bezahlt werden. Mit 7,9 Zoll Größe ist das Display des Mini zudem gar nicht so klein. Selbst die typische Ordnung auf dem Startbildschirm kann beibehalten werden. Bei der Pixeldichte des Displays hat Apple allerdings Abstriche gemacht. Anders als bei iPad 3 und 4 wird kein Retina-Display verwendet. Vielmehr liegt die Auflösung des Mini mit 1024 mal 768 Pixeln auf dem Niveau des iPad 2. Beim Filmen und Spielen fällt dies erstaunlicherweise gar nicht so stark ins Gewicht. Die Darstellung von Fotos und Texten ist ordentlich, allerdings sollte man den Retina-Vergleich gar nicht erst anstellen wollen. In der Handhabung fällt vor allem das niedrige Gewicht auf. Mit etwas über 300 Gramm wiegt das iPad mini weniger als die Hälfte des großen iPads und liegt zudem deutlich unter dem Kindle Fire HD. Zudem ist das iPad mini merklich flacher als das große iPad und auch als das Kindle Fire HD. Den Ingenieuren ist es gelungen, die Akkulaufzeit gegenüber dem großen iPad nahezu konstant zu halten. Dennoch dürften viele iPad-mini-Nutzer alsbald neidisch auf die Schärfe des großen Apple-Tablets schauen. Es wäre ein Wunder, wenn Apple hier nicht bei einem der nächsten Mini-Tablets nachbessert. Und um beim Thema Nachbesserung zu bleiben: Das kleine iPad verfügt zwar über Stereolautsprecher. Sie sitzen links und rechts unter dem Home-Button. Diese aber erfüllen ihren Stereo-Zweck nur, wenn das iPad hochkant gehalten wird – was bei Filmen und Spielen nicht sinnvoll ist. Das ist beim Kindle Fire HD besser gelöst.

IM VIELSEITIGKEITSTEST

Besonders interessant am Duell iPad mini gegen Kindle Fire HD ist der Vielseitigkeitstest. Während Kindle-Besitzer erheblich tricksen müssen, um gekaufte Digitalprodukte jenseits von Amazon zu verwenden, stehen dem iPad-mini-Nutzer eine Vielzahl von Quellen zur Verfügung. Ob er seine E-Books von Apple, Amazon oder Libri.de bezieht, spielt beim iPad keine Rolle. Zwar hinterlässt Apples Verzicht der Flash-Technologie noch immer einige Lücken in der Videolandschaft, doch viele Mediatheken stellen angepasste Apps und kostenlose Inhalte bereit. Klagen über zu wenig Auswahl sind nicht angebracht. Fotos und Musik lassen sich direkt oder per iTunes importieren. Und mit einer kompatiblen Bluetooth-Tastatur wird das iPad mini zu einer durchaus interessanten Notebook-Alternative, zumindest für kürzere Texte oder andere einfache Aufgaben. Eines jedoch hat Apple beim iPad mini nicht halbiert: Mit 16 Gigabyte Speicher kostet das iPad mini 329 Euro.

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