Smart-TV im Test : Twinky-Winky spricht frei

Schöne neue TV-Welt: Fernseher, die ins Internet gehen, normale 2D-Bilder in 3D umwandeln und nebenbei noch Spielkonsole sind. Ist schon ganz schön beeindruckend, was aus den guten alten Flimmerkisten geworden ist. Tauchen wir ein in die Welt der Smart-TVs. Einen optimalen Start dafür sollte der Samsung UE 55 ES 8090 geben.

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Vielfältig: Samsung liefert mit dem UE 55 Es 8090 schon zwei Fernbedienungen mit. Zusätzlich lässt sich der Smart-TV noch über Apps von Handy oder Tablet steuern.
Vielfältig: Samsung liefert mit dem UE 55 Es 8090 schon zwei Fernbedienungen mit. Zusätzlich lässt sich der Smart-TV noch über...Foto: Hersteller

Der ist schon schick: Ist die Verpackung erst mal abgestreift, dann schält sich aus dem Plastik ein schön anzusehendes Stück Technik. Ein hauchdünner Rand aus Aluminium umrahmt ein Display in der Größe von 55 Zoll. Das sind 138 Zentimeter, die wegen der ausgesprochen schmalen Umrahmung gar nicht so wuchtig wirken. Im Gegenteil, dieser Fernseher zeigt sich trotz der enormen Größe fast grazil wegen seines sehr dünnen Gehäuses.
Das wird ein super Fernsehabend. Voller Vorfreude schiebe ich meinen Old-School-Plasma-Fernseher beiseite und setze den Neuen auf den Thron im Wohnzimmer. Der kann sogar Gesten- und Sprachsteuerung, cool! Dann benötige ich nicht mal eine der beiden Fernbedienungen, die Samsung da mitliefert.

Geballte Faust vorm TV
Etwa 20 Minuten später ist die Euphorie etwas verfolgen. Ich stehe wie Tinky-Winky von den Teletubbies vor dem Fernseher, die Schlossbeleuchtung bescheint mich in voller Stärke und der Ton des Fernsehers ist fast ausgedreht. Er soll mich optimal hören und sehen können, dieser Schlaumeier. Versteht er mich auch? Die Situation ist schon irgendwie merkwürdig. Das findet auch meine Tochter, als sie ins Wohnzimmer kommt und mich sieht, wie ich wild vor dem TV gestikuliere und ihn gleichzeitig im Kommandoton anherrsche. Ihr Blick sagt alles.

„Was machst Du“, fragt sie. „Ich bediene den Fernseher“, erkläre ich. Die junge Stirn bekommt tiefe Runzeln. „Jetzt hat er wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun“ denkt sie wohl jetzt. Zumindest sagt das ihr Blick ziemlich eindeutig. Selbst für ihre zarten fünf Jahre ist das Alter, in dem man glaubt, dass der Fernseher auf Sprechen oder gar Winken reagiert schon ziemlich weit weg. „Doch das geht, siehst Du“, versuche ich die letzte Würde eines sonderbaren Vaters zu retten. Und in dem Moment schaffe ich es mit geballter Faust tatsächlich eine Option im umfangreichen Menü des TVs zu aktivieren. Den Kampf um die Achtung unserer Fünfjährigen scheine ich allerdings verloren zu haben. Sie geht wieder ihrer Wege und ist wahrscheinlich gerade dabei zu recherchieren, ab welchem Alter es erlaubt ist einen anderen Nachnamen anzunehmen.

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