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Test: Lenovo X1 Carbon : Das Wow-Ultrabook

21.12.2012 09:25 UhrVon Martin Lewicki
Schick und schnell: Das Lenovo X1 Ultrabook vereint schicke Optik mit brandaktueller Technik. Das Touchpad ist allerdings in der Handhabung recht schwierig.Bild vergrößern
Schick und schnell: Das Lenovo X1 Ultrabook vereint schicke Optik mit brandaktueller Technik. Das Touchpad ist allerdings in der Handhabung recht schwierig. - Foto: Hersteller

Der erste Eindruck: Wow, was für eine Optik. Der zweite Eindruck: Wow, was für eine Haptik. Lenovo hat mit dem X1 Carbon ein absolutes Edel-Ultrabook auf den Markt gebracht.

Bei Lenovos X1 Carbon kann man tatsächlich von Liebe auf den ersten Blick sprechen. Denn es gibt wenige Notebooks jenseits von Apple, die derart ihre User in den Bann ziehen. Ein Blick reicht aus und man ist hingerissen von seiner superschlichten mattschwarzen Optik. Dabei handelt es sich nicht um schnödes Hartplastik, was da die Augen wahrnehmen. Denn wenn man das Schmuckstück in die Hand nimmt, legt sich ein samtig kühler Schleier über den Tastsinn. Eine Mischung aus Carbon, Magnesium und Softtouch-Beschichtung schmeichelt hier den Fingerspitzen.

Ein sehr sinnliches Erlebnis. Dieses wird durch eine beeindruckende Solidität unterstützt, denn das Ultrabook liegt wie aus einem Guss in der Hand. Es lässt sich weder eindrücken noch verbiegen. Und mit einem Gewicht von 1,36 Kilogramm ist es dennoch das leichteste unter den 14-Zöllern. Alles in allem liefert das X1 Carbon eine Top-Gehäusequalität ab.

Und so geht es weiter mit den Wow-Effekten wie am Schnürchen. Die Tastatur? 1A mit Sternchen. Da möchte man gar nicht mehr aufhören zu tippen. Ein satter klarer Druckpunkt und selbst bei heftigem Rumgetippse bleibt sie vollkommen unbeeindruckt. Dabei wirken die Tasten als könnten Sie noch locker zehn Jahre Dauerstress vertragen. Ein wirklich solides und schönes Gefühl, das man hier als User bekommt. Und dann die wohl wichtigste Schnittstelle zwischen User und PC: Das Display. Es ist geradezu stechend hell. Natürlich muss man es nicht voll aufdrehen aber es macht einfach Spaß an einem derart hellen und klaren Display zu arbeiten, insbesondere in lichtdurchfluteter Umgebung. Und mit 1600 x 900 Pixeln bei 14 Zoll Größe ist es schön feinauflösend, auch wenn einige Konkurrenten bereits Full-HD-Auflösung und noch mehr bieten.

Kompliziertes Touchpad

Wie es sich für ein Ultrabook gehört ist das Gehäuse ausgesprochen dünn und das Notebook wiegt nur 1,36 Kilogramm.Bild vergrößern
Wie es sich für ein Ultrabook gehört ist das Gehäuse ausgesprochen dünn und das Notebook wiegt nur 1,36 Kilogramm. - Foto: Hersteller

Doch eine Liebe auf den ersten Blick hat so ihre Tücken. Meistens sind es die Kleinigkeiten, die man am Anfang nicht wahrnimmt und die einen später in den Wahnsinn treiben. So erlaubt sich unser X1 Carbon Testgerät gerade beim Touchpad einen Fauxpas. Haptisch ist es ein Traum, funktional gesehen ist es eher ein Alptraum. Wenn man es ganz leicht antippt hat es einen sehr weichen undefinierten Druckpunkt, der an einen kleinen Wackeleffekt erinnert. Man weiß nicht so richtig damit umzugehen: Soll man jetzt doller oder weniger doll drücken? Oder es einfach nur antippen ohne einzudrücken? Und dann gibt es noch die Möglichkeit es komplett durchzudrücken, was sich allerdings auch nicht viel besser anfühlt, weil ja dieser leichte Zwischendruck da ist. Abgesehen davon hat uns auch die Multi-Touch-Funktionalität nicht überzeugt. Das Scrollen durchs Fingerschieben lief nicht so flüssig und zuverlässig wie man es sich wünscht. Ebenso wenig, wie das Herein- und Heraus-Zoomen durchs Fingerspreizen. Zu guter Letzt sind die Touch-Pad-Tasten oben anstatt unten angeordnet. Auch das stört eine jahrelang antrainierte Denklogik. Vielleicht ist das alles eine Frage der Eingewöhnung, wie das in einer Liebesbeziehung nun mal so ist. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um dieser Liebe eine Chance zu geben.

Wie bei anderen Ultrabooks auch fehlt ein optisches Laufwerk. Auf jeder Seite findet sich ein Anschluss für USB 3.0. Praktisch sind auch der Card-Reader und die Vorrichtung für Kensington-Lock.Bild vergrößern
Wie bei anderen Ultrabooks auch fehlt ein optisches Laufwerk. Auf jeder Seite findet sich ein Anschluss für USB 3.0. Praktisch sind auch der Card-Reader und die Vorrichtung für... - Foto: Hersteller

Das matte Display ist hingegen eine absolute Geschmacksfrage. Rational gesehen spricht vor allem die Abwesenheit von störenden Reflexionen dafür. Emotional betrachtet wünscht man sich ab und zu die Hochglanzoptik der Lifestyle-Ultrabooks zum Betrachten von farbenfrohen Bildern und Videos. Und genau hier ist der Knackpunkt. Das X1 Carbon ist kein Lifestyle-Produkt, es ist eine Arbeitsmaschine für Anspruchsvolle. Es hat was von einem Porsche, den man allerdings nicht aus Spaß fährt, sondern um schnellstmöglich von A nach B zu kommen. Immer ganz vorne mit dabei sein und zu den besten zählen, scheint hier die Devise zu sein. Da passt auch das Akku-Ladegerät perfekt ins Bild, denn in gerademal einer Stunde ist das X1 komplett aufgeladen. 80 Prozent des Akkus sind schon nach gut 35 Minuten voll. Das ist Porsche-Like. Mit einer vollen Ladung kommt man im normalen Arbeitsbetrieb etwa fünf Stunden weit.

Aktiver Lüfter

Flachmann: Auch das Lenovo Ultrabook X1 Carbon lässt sich ganz flach ausbreiten. Es bleibt aber eine kleine Stufen zwischen Display und Body.Bild vergrößern
Flachmann: Auch das Lenovo Ultrabook X1 Carbon lässt sich ganz flach ausbreiten. Es bleibt aber eine kleine Stufen zwischen Display und Body. - Foto: Hersteller

Da wir gerade bei Schnelligkeit sind: Das Lenovo X1 ist einfach der Supersportwagen unter den Ultrabooks. In unserem Testgerät gesellte sich zum Intel Core i7 Prozessor mit 2 GHz eine SSD mit 256 GB Speicher. Das reicht locker für die meisten Arbeitsanwendungen. Bei den Benchmark-Tests liegt es in seiner Klasse ganz weit vorn. Wie so üblich bei Hochleistungsgeräten verlangt auch das X1 des Öfteren nach einer Abkühlung. Der Lüfter ist zwar relativ leise, springt aber schon beim normalen Internetsurfen an. Das liegt vermutlich an der ungünstigen Lüfterplatzierung auf der Unterseite des Gerätes. So staut sich die Wärme sehr schnell und kann nicht sauber abgeleitet werden. Vor allem wenn das Gerät auf dem Schoß liegt oder auf einer Decke.

Der störende und bremsende Faktor beim Arbeiten ist hier wie so oft die Software. Neben Windows 7 nerven ab und zu auch die Lenovo-Tools, wie z.B. das Lenovo-Solution-Center. Es wird jedes Mal aktiv wird, wenn man in die Kachel-Ansicht des Windows 7 wechselt, obwohl man es in den seltensten Fällen braucht. Man muss dann eine der anderen Kacheln anklicken, damit es verschwindet. Es gibt aber sicherlich Schlimmeres als das. Bei dem X1 Carbon allerdings nicht vieles. Stattdessen ist es randvoll gefüllt mit allerlei Goodies wie beispielsweise einem Fingerabdruck-Scanner, einem 3G-Empfangsteil, einer HD-Kamera mit Facetracking und Surround-Sound. Es ist ein rundum gelungenes Premium-Ultrabook mit Wow-Effekt für Arbeitstiere. Für Menschen also, die jeden Tag damit arbeiten wollen und müssen. Denn nur dann macht der enorme Preis von mindestens 1.748 Euro in der Basiskonfiguration auch Sinn.

Technische Daten:
Lenovo X1 Carbon, Intel Core i7 2,0 GHz, 8GB RAM, 256 GB SSD, Windows 7 Professional, 1,36 Kg, 331 x 226 x 18,8 mm

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