Theodor-Wolff-Preis für Wedding-Blogger : Auszeichnung für Autor des Tagesspiegels

Der Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen geht in diesem Jahr an sechs Journalisten. Johannes Ehrmann hat sich für den Tagesspiegel dabei Berlins Stadtteil Wedding besonders genau angeschaut, den er gleichzeitig in einem Blog journalistisch erforscht.

Johannes Ehrmann
Johannes EhrmannFoto: Kitty Kleist-Heinrich

Es tut sich was zwischen Wollankstraße und Nordufer, Rehberge und Humboldthain. Der Wedding lebt. Nur wie? Diese Frage beschäftigt Johannes Ehrmann seit Jahren und hat dem Tagesspiegel-Autor nun den Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen eingebracht. Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an sechs Journalisten. In der Sparte Lokaljournalismus wird Johannes Ehrmann für seinen Artikel „Wilder, weiter, Wedding“ gewürdigt, der einen Berliner Problemstadtteil mit all seinen Macken und versteckten Stärken porträtiert. Ehrmann betreut auch den Wedding Blog des Tagesspiegels, einen der hyperlokalen Online-Magazine der Zeitung. Er teilt sich den Preis mit Benjamin Piel („Elbe-Jeetzel-Zeitung“), der über „Sexualbegleiter“ schrieb, die Behinderten zu sexuellem Erleben verhelfen, wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch zur Entscheidung der Jury mitteilte. Die Preise sind mit je 6000 Euro dotiert und werden am 10. September bei ein Aachen überreicht.

Kai Strittmatter („Süddeutsche Zeitung“) sowie Kerstin Kohlenberg („Die Zeit“) werden in der Sparte Reportage/Essay/Analyse gewürdigt. Strittmatter schrieb über Kinder, die in der Kulturrevolution in China ihre Eltern durch Denunziation in den Tod schickten. Kohlenberg beschrieb die Anstrengungen, Kapital für eine Filmproduktion aufzubringen. In der Sparte Meinung wird Peter Unfried („die tageszeitung“) für eine Glosse über das Bildungsbürgertum geehrt. Rudolph Chimelli, langjähriger Auslandskorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ aus dem arabischen Raum, wird für sein Lebenswerk geehrt. Chimelli, Jahrgang 1928, sei ein Vorbild für Generationen junger Korrespondenten, weil er erkläre, statt zu urteilen.

Der Journalistenpreis erinnert an den Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff. Wolff floh 1933 vor den Nazis nach Frankreich, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Er starb 1943 in Berlin. An der Ausschreibung hatten sich 386 Journalisten beteiligt. Tsp

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