Thomas Gottschalk : Zum "Supertalent" zu gehen, war richtig!
06.10.2012 00:00 Uhr23 Jahre lang hat Thomas Gottschalk „Wetten, dass..?“ moderiert. Dann, nach dem schweren Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch im Dezember 2010, hat Gottschalk seinen Abschied angekündigt. Es liege für ihn „ein Schatten auf der Sendung“, der es ihm nicht erlaube, „zu der guten Laune zurückzufinden“, die das Publikum „zu Recht“ von ihm erwarte. Vor einem Jahr hat Gottschalk nach einer (überdehnten) Abschiedstournee von „Wetten, dass..?“ endgültig losgelassen. Das war ehrlich, es war nobel, und es war richtig.
Es folgte ein Zwischenspiel als Vorabend-Entertainer bei der ARD.
Wenig bis nix, Experiment abgebrochen, der 62-Jährige war blank. Kein Sender, keine Sendung – bis RTL kam. Mit der Teilhabe am „Supertalent“. Das ist das Format, wo Chefjuror Dieter Bohlen die Selbstüberschätzung von talentfreien Mitmenschen schreddert. Seit zwei Samstagen machen sie das zu dritt: Bohlen, Michelle Hunziker, Gottschalk.
Letzterer rechtfertigt sich, er sei ein Clown von Beruf und brauche den Auftritt. Er hätte auch sagen können, er wolle a) bei RTL Geld verdienen und b) bei Haribo Geld verdienen. Sein sehr üppiger Werbevertrag mit dem Bonner Süßwarenhersteller funktioniert nur dank Fernsehpräsenz. Kein Thommy auf dem Schirm – kein Goldbär in der Tasche. Gottschalk kennt das Fernsehgesetz Nummer 1: Wer nicht auf dem Schirm sichtbar ist, dem droht das Vergessen. Der einst so präsente wie erfolgreiche Johannes B. Kerner erfährt das gerade nachhaltig.
Thomas Gottschalk hat das „Supertalent“ nur ein bisschen besser gemacht, indem er als Schalldämpfer agiert. Wo Bohlen den Nicht-Talenten brüsk die Tür weist, gleiten sie auf Thommys Wortteppich sanft hinaus. Aber eine Exzellenzinitiative wird aus der Castingshow nimmermehr. Bohlen bleibt der RTL-Titan, Gottschalk ist erstmals die Nummer zwei auf der großen Bühne.












