• Thomas Schmid kehrt zur „Welt“ zurück Köppel geht wieder zur Schweizer „Weltwoche“

Medien : Thomas Schmid kehrt zur „Welt“ zurück Köppel geht wieder zur Schweizer „Weltwoche“

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Überraschende Chefredakteurswechsel werden meist verhalten aufgenommen. Nicht so bei der „Welt“, als gestern um 10 Uhr Thomas Schmid als neuer Chefredakteur vorgestellt wurde. „Warum nicht gleich so“, war nur eine der Reaktionen.

Roger Köppel, 41, war zu der Zeit bereits in Zürich, wo er mit 60 Prozent Aktionär der Weltwoche Verlags AG und erneut Chefredakteur der „Weltwoche“ wird.

Zumindest in Berlin gab es Beifall für den neuen Mann an der Spitze. Der 60-jährige Schmid ist in guter Erinnerung aus der Zeit, als er von 1998 an das Meinungsressort „Forum“ leitete. Mathias Döpfner hatte ihn geholt. Wie der heutige Vorstandschef war Schmid früher bei der „Wochenpost“ und der „Hamburger Mopo“. Als jedoch Wolfram Weimer „Welt“- Chef wurde, wechselte Schmid 2000 zur „FAZ“, ein Jahr später wurde er Politikchef der „Sonntagszeitung“. Bei Springer hofft man, dass Schmid spätestens im Januar 2007 kommt.

An der „Welt“ reizt den meinungsfreudigen Intellektuellen, täglich und weit über politische Themen hinaus wirken zu können. Im Zeitalter der beschleunigten Nachrichtenproduktion dürfe die Zeitung nicht das Fernsehen nachahmen, findet er. Vielmehr wolle er neben der Aktualität Gutenberg’sche Traditionen hochhalten. Mit Hintergrund, Tiefe und wohltemperierten Texten möchte er um Leser werben, sagt Schmid. Sein Motto: „Jeden Tag mit naivem Blick auf die Welt sehen“. Die mögliche Umstellung der „Welt“ auf Tabloid im kommenden Jahr sieht er skeptisch, ist aber nicht kategorisch abgeneigt. Und obgleich er beim Stichwort „Synergie“ kaum in freudige Erregung gerät: Die Aussicht, Kapazitäten und Autoren der ganzen Zeitungsgruppe zu nutzen, versteht er als Chance. Anders als Köppel hat Schmid Entscheidungshoheit bei Personalfragen. usi

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