Tochter von "Ekel Alfred" : Schauspielerin Hildegard Krekel gestorben

Sie wurde in den 70er Jahren bekannt - als die emanzipierte Tochter von TV-Ekel Alfred Tetzlaff in der Serie "Ein Herz und eine Seele": Die Schauspielerin Hildegard Krekel. Am Sonntag ist die gebürtige Kölnerin im Alter von 60 Jahren gestorben. Sie erlag ihrem Krebsleiden.

Kurt Sagatz
Hildegard Krekel zusammen mit der Originalbesetzung von "Ein Herz und eine Seele".Alle Bilder anzeigen
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27.05.2013 13:20"Ein Herz und eine Seele". Auf diesem Bild von 1973 ist die Originalbesetzung der WDR-Serie zu serien. Neben Hildegard Krekel als...

Sie ließ sich von niemandem etwas sagen, auch nicht von „Ekel Alfred“. In der Rolle von Alfred Tetzlaffs Tochter Rita in der TV-Serie „Ein Herz und eine Seele“ ist die Schauspielerin Hildegard Krekel einem Millionenpublikum bekannt geworden. Anders als Filmmutter Else stand Hildgard Krekels Rita im Zeichen der 1970er Jahre für die moderne, emanzipierte Frau. Wie der Westdeutsche Rundfunk am Dienstag bestätigte, starb Hildegard Krekel am Sonntag im Alter von 60 Jahren. Vor Jahren war die Schauspielerin mit ihrer Krebserkrankung an die Öffentlichkeit gegangen. "Hildegard Krekel war eine starke Persönlichkeit und ein echtes
Original“, würdigte WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff die Schauspielerin. Krekel habe „Optimismus und Lebensfreude pur“ verkörpert.


Resolut war Hildegard Krekel auch als Kneipenwirtin Uschi Schmitz in der TV-Serie "Die Anrheiner"

Resolut war Krekel auch als Kneipenwirtin Uschi Schmitz in der 1998 gestarteten WDR-Serie „Die Anrheiner“, die seit 2011 mit „Ein Fall für die Anrheiner“ fortgesetzt wird. Dort spielte sie zudem an der Seite ihrer Schwester Lotti Krekel. Zu ihrem 60. Geburtstag im vergangenen Jahr hatte noch jemand aus dem Team gewitzelt, dass sie wohl noch bis 70 weitermachen würde. „Ich muss nicht für meine Rente arbeiten, sondern nur noch für mein Publikum“, hatte sie damals geantwortet und kein Wort darüber verloren, wie viel Kraft ihr die Arbeit abverlangte. Der Kampf gegen die Krebserkrankung kostete Kraft.

Im Sommer vergangenen Jahres stand sie für die Serie zum letzten Mal vor der Kamera. Und da war schon klar, dass es wie bisher nicht weitergehen konnte. In ihrer Rolle als Uschi Schmitz brach Hildegard Krekel zu einer Reise nach Australien auf. Von unterwegs sollte sie sich immer mal wieder melden.

„Der Tod von Hidegard Krekel trifft uns sehr. Mit ihr verlieren wir eine große Volksschauspielerin, die die Menschen berührte“, meinte die Produzentin der Serie in einer schriftlichen Mitteilung. Wunderbare Kollegin, warmherziger Mensch, hieß es darin.

In Erinnerung bleiben wird Hildegard Krekel zudem als Synchronsprecherin. Sie lieh unter anderem Bette Davis und Helen Mirren ihre Stimme. Ihre Befähigung dafür zeigte sich bereits im Kindesalter: Mit sechs Jahren sprach Krekel Kinderserien für den WDR-Hörfunk. Im Alter von 15 Jahren feierte sie ihren ersten großen Erfolg in der Gerhart-Hauptmann-Verfilmung „Die Ratten“. In den 1990er Jahren spielte sie neben Rudi Carrell in der RTL-Serie Rudis Urlaubsshow und an der Seite von Hape Kerkeling in Club Las Piranjas.

Von der Originalbesetzung lebt nur noch Elisabeth Wiedemann

Die von Wolfgang Menge verfasste TV-Serie "Ein Herz und eine Seele" beruhte auf dem englischen Vorbild "Bis dass der Tod uns scheidet". Ekel Alfred betonte mehrfach seine Herkunft als Groß-Berliner und seine Verbundenheit mit Hertha BSC. Von der Originalbesetzung der Serie lebt nur noch Elisabeth Wiedemann, die Alfreds Ehefrau Else spielte. Tetzlaff-Darsteller Heinz Schubert starb 1999, Diether Krebs, der Ritas Filmmann Michael spielte, verstarb ein Jahr später. Klaus Dahlen, der Krebs in der Serie ab 1974 ersetzte, ist 2006 gestorben, Helga Feddersen, die für Elisabeth Wiedemann nach ihren Weggang die Else spielte, starb im Jahr 1990.

In den 90er Jahren versuchte Menge mit der Serie "Motzki" eine Neuauflage der Serie als Ost-West-Satire. Der Erfolg blieb dem Vorhaben jedoch versagt. Menge ist im Oktober 2012 gestorben.

Im WDR-Fernsehen läuft am Montagabend um 22 Uhr 45 das Porträt "Hildegard Krekel - Ein Herz und eine Seele" von Gisbert Baltes. (mit dpa)

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