TOPF VOLL GOLD : „Schlimmer Verdacht“

Mats Schönauer ärgert sich, wie die "Schöne Woche" über die Ehe von Hardy Krüger spekuliert.

Mats Schönauer
Foto: Promo
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Oft wird behauptet, die Geschichten der Regenbogenpresse seien im Grunde nichts anderes als ein Gespräch beim Bäcker. Klatsch, Gerüchte, seichte Unterhaltung, wenn auch nicht immer tausendprozentig wahr. Aber im Großen und Ganzen eigentlich ganz harmlos. Meist sind es die Mitarbeiter der Regenbogenpresse selbst, die das behaupten, und es ist zu befürchten, dass sie es auch so meinen.

Also gut, dann vergleichen wir mal. Ein solches Gespräch beim Bäcker könnte wohl in etwa so laufen: „Erika! Haste schon gehört? Hardy Krüger junior und seine Frau sind seit einem Jahr nicht mehr öffentlich zusammen aufgetreten.“ „Nee, echt? „ „Ja. Bei denen soll's sowieso schon länger kriseln. Hat die Inge gesagt, die kennt nämlich einen, der mal bei denen das Dach repariert hat.“

In der Regenbogenpresse läuft es in der Tat zunächst ganz ähnlich: Die „Schöne Woche“ stellt fest, dass es ein Jahr her sei, dass sich das Paar öffentlich gezeigt habe und dass es bei den beiden sowieso kriseln soll (habe ein „Bekannter“ gesagt). Selbst Krügers Aussage „Wir leben nicht getrennt“ bringt das Blatt nicht vom Kurs ab: Viele Paare blieben „nach einem Beziehungs-Aus noch zusammen unter einem Dach – der Kinder wegen.“ Auf die Gerüchte folgt dann aber das, was die Regenbogenpresse so besonders macht: die Spekulation.

Die „Schöne Woche“ hat sich daran erinnert, dass vor drei Jahren das Kind der beiden gestorben ist – und setzt mit ihrer Ausgabe von der vergangenen Woche nun einen „schlimmen Verdacht“ in die Welt: „Starb mit ihrem Söhnchen auch ihre Liebe?“

Wann haben Sie so etwas das letzte Mal beim Bäcker gehört? Und selbst wenn: Das Gequassel beim Brötchenkauf kriegen höchstens die Leute in der Schlange mit. Der Quatsch der Regenbogenpresse wird dagegen millionenfach unters Volk gebracht – und liefert für viele Bäckerei-Gespräche überhaupt erst den nötigen Stoff.

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