Tour de France im Fernsehen : ARD verliert, Eurosport gewinnt

Erstmals seit 2011 hat die ARD wieder live von der Tour de France berichtet: Während sie noch nicht an frühere Erfolge anknüpfen kann, hat Eurosport die neue, alte Konkurrenz nicht geschadet.

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Ganz oben: Christopher Froome feierte seinen Gesamtsieg bei der Tour de France.
Ganz oben: Christopher Froome feierte seinen Gesamtsieg bei der Tour de France.Foto: dpa

Nach dreijähriger Sendepause kann die ARD noch nicht wieder an ihre früheren Erfolge bei der Tour-de-France-Berichterstattung anknüpfen: 1,17 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 9,8 Prozent) verfolgten im Durchschnitt das Radrennen, das am Sonntag mit einem Sieg des Briten Christopher Froome zu Ende ging. Das sind 100 000 Zuschauer weniger als 2011, als das Erste zuletzt live von der Tour berichtet hatte. Damals wurde ein Marktanteil von 10,4 Prozent erreicht. Eurosport konnte seine Zuschaueranteile hingegen leicht steigern – die neue, alte Konkurrenz hat dem Sender offenbar nicht geschadet.

Eurosport steigert Zuschaueranteil leicht


Durchschnittlich 350 000 Zuschauer verfolgten in Deutschland (Marktanteil: 3,2 Prozent) auf Eurosport die Live-Berichterstattung über 21 Etappen. 2014 lag die Durchschnittsreichweite noch bei 340 000 Zuschauern (Marktanteil: 3,0 Prozent). „Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr trotz paralleler Übertragung der Tour bei der ARD die Reichweiten und Marktanteile bei Eurosport weiter steigern konnten“, sagte Eurosport-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews.

Mehr als 330 Stunden, davon 90 Stunden live, hatte Eurosport vom „Grand Départ“ in Utrecht am 4. Juli bis zur Schlussetappe am 26. Juli auf den Champs-Élysées in Paris berichtet. Das Erste bot dagegen ein deutlich reduziertes Programm. Übertragen wurden lediglich die Zieleinfahrten und die letzte Rennstunde davor, bei größeren Bergetappen wurde die Berichterstattung teilweise ausgeweitet. Das Thema Doping wurde immer wieder kritisch erwähnt.

ARD hofft auf größeres Interesse 2016


ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zieht trotz des vergleichsweise geringeren Zuschauerinteresses eine positive Bilanz: „Uns ist bewusst, dass sich das Vertrauen in den Radsport wieder neu entwickeln muss“, sagte er am Montag. „Natürlich würden wir uns wünschen, dass sich das Interesse der Zuschauer bei der Tour 2016 noch steigert.“


Das Erste hat mit dem Tourveranstalter, der Amaury Sport Organisation (Aso), einen Zweijahresvertrag abgeschlossen, Eurosport ist im Besitz der Rechte bis 2019. Das ZDF, das sich früher mit der ARD die Tour-Berichterstattung teilte, hatte die Mittel bereits anders verplant und deshalb nicht über die Tour berichtet. 2016 will der Mainzer Sender erneut einen Wiedereinstieg diskutieren. Sonja Álvarez


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