Medien : Troja ist überall – ZDF zeichnet den Siegeszug der Archäologie nach

Kurt Sagatz

Was macht die Archäologie so interessant, dass man sie im Fernsehen gefahrlos zur Primetime platzieren kann? Sicher, dokumentarische und historische Stoffe haben Konjunktur. Einige Sender füllen damit Teile ihres Abendprogramms. Die Archäologie hat jedoch noch etwas anderes zu bieten, was sie für Film und Fernsehen prädestiniert: Sie steht einerseits für den Wettlauf der europäischen Großmächte um die interessantesten Funde. Und andererseits spielen deutsche Forscher und Abenteurer eine gewichtige Rolle, wenngleich sie nicht immer so erfolgreich waren wie Heinrich Schliemann in Troja. Der Titel der dreiteiligen ZDF-Reihe „Troja ist überall“ (weitere drei Teile sind für 2008 geplant) ist leicht irreführend, schließlich handelt der erste Teil vom fernen Reich der Maya. Auch bei den Ausgrabungen am Vesuv und in Ägypten kommt Troja gar nicht vor. Der Spannung und den kurzweiligen Bildern tut dies keinen Abbruch. Erstellt wurde die bilderprächtige Reihe im Rahmen einer verheißungsvollen Kooperation: Für die Konzeption war das ZDF verantwortlich, für die Produktion Spiegel-TV. Herausgekommen ist sind anschauliche und unterhaltsame Filme mit einer geschickten Kombination authentischer Aufnahmen von den Fundorten, nachgespielter Szenen der historischen Ausgrabungen und von Computergrafiken der antiken Orte.

Für deutsche Beteiligung war überdies immer gesorgt. Im Maya-Reich wetteifert der Deutsche Teobert Maler mit dem Amerikaner Edward Thompson darum, als Maya-Forscher Geschichte zu schreiben. Und am Vesuv machte im 18. Jahrhundert erst der deutsche Gelehrte Johann Joachim Winckelmann der Geheimniskrämerei von König Karl III. von Neapel ein Ende und sorgte dafür, dass die Öffentlichkeit von den Entdeckungen von Herculaneum und Pompeji erfuhr. Ganz nebenbei begründete er damit die moderne Archäologie. Kurt Sagatz

„Troja ist überall – Rivalen im Maya-Reich“, ZDF, 19 Uhr 30, zwei weitere Teile am 11. und 18. November

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