Medien : Trotz „Tsunami“: Sylt wird nicht untergehen!

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Herr Jansen, haben Sie den Film „Tsunami“ bei Pro 7 gesehen?

Ja, das war in gewisser Weise ein Arbeitstermin. Ich kann mich für gute Filme begeistern, auch für spektakuläre Action. Aber ich sag mal, der Film stammt von Großstädtern, die es dramatisch mögen.

Warum?

Geologen waren da nicht am Werk. Natürlich nehmen die Stürme zu, aber physikalisch ist eine zwölf Meter hohe Welle vor Sylt einfach nicht möglich. Wir müssen nicht in Angst leben wegen dieses Films, wir leben hier sehr entspannt.

Wie hoch kann eine Welle hier werden?

Die höchsten waren bisher sieben, vielleicht acht Meter hoch. Die Nordsee ist nicht sehr tief, und weil die Welle sich wie ein Autoreifen vorwärts bewegt, stößt sie mit dem unteren Ende irgendwann am Grund an und verliert an Schwung.

Aber hypothetisch?

Generell wäre ein Tsunami relativ harmlos vor Sylt. Eine so hohe Welle würde die Dünen überspülen, Häuser beschädigen und Bäume entwurzeln. Aber es wäre nur eine Welle. Eine tagelange Sturmflut mit nur halb so hohen Wellen würde die Insel viel mehr angreifen.

Wann geht Sylt unter?

Sylt geht nicht unter! Wenn, dann wird sich vielleicht im nächsten Jahrhundert geteilt. Wir müssen die Menschen sensibilisieren, vielleicht hilft der Film, aber wir dürfen sie nicht in Panik versetzen.

Wie hoch sind die Wellen eigentlich heute?

Passend zum Film ist das Wetter schlechter geworden, es regnet, es ist windig, daraufhin sind die Wellen nur gut einen Meter hoch. Aber da freuen sich die Jungs draußen, hier ist gerade Windsurf-WM.

Das Interview führte André Görke.

Helge Jansen , 57,

ist oberster Küstenschützer auf der Insel Sylt und Bürgermeister der Gemeinde

Rantum.

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