Medien : Tschetschenien: Das zivile Gesicht des Krieges

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Seit 1999 dauert der zweite tschetschenische Krieg. „Ein Krieg, der nie zu Ende sein wird“, sagt Zura Vihiaeva. Denn anschließend werde ein neuer Krieg beginnen, „ein Krieg der Rache“. Zu den Worten der 42jährigen Tschetschenin sehen die Zuschauer Bilder von Erschießungen: Zivilisten werden von „Freiheitskämpfern“ an die Wand gestellt. Zura Vihiaeva hat den Glauben daran verloren, dass in ihrer Heimat jemals wieder Frieden herrschen wird. Die ORF-Dokumentation „Tschetschenien – Der endlose Krieg“, die der Sender Phoenix heute in Erstausstrahlung zeigt, schildert den Konflikt um die ehemalige Sowjetrepublik aus der persönlichen Sicht dieser Frau und anderer Tschetschenen, die aus der zerstörten Hauptstadt Grosny nach Moskau geflüchtet sind.

Zura Vihiaeva wurde in Kasachstan geboren, kam erst im Alter von sechs Jahren nach Grosny, wurde mit 17 verheiratet und führte „ein ruhiges und glückliches Leben“, wie sie heute sagt. In Moskau treffen sich die tschetschenischen Flüchtlinge und tauschen alte Fotos und Erinnerungen aus. Zugleich werden sie wegen der Terroranschläge der vergangenen Jahre ständig überwacht. „Jeder ist für die Moskauer Behörden ein Terrorist“, sagt Zura Vihiaeva.

Autor Gustavo Cortes Bueno legt keine politische Analyse vor. Er blickt nicht von oben auf diesen Krieg, sondern von unten, aus der Perspektive der Betroffenen. tgr

„Tschetschenien – Der endlose Krieg“, Phoenix, 20 Uhr 15

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