Medien : Tunesische Blogger ausgezeichnet Zehn Staaten sind „Feinde des Internets“

„Reporter ohne Grenzen“ hat anlässlich des Welttags gegen Internetzensur am Samstag eine neue, zehn Staaten umfassende Liste der „Feinde des Internets“ vorgelegt. In Birma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam seien Repressionen, die Überwachung des Internets und die Verfolgung von Bloggern besonders stark ausgeprägt, teilte die Organisation in Berlin mit. Weitere 16 Staaten stünden „unter Beobachtung“, darunter mit Frankreich erstmals ein Mitgliedstaat der Europäischen Union. Die französische Nationalversammlung habe jüngst ein Online-Gesetzespaket verabschiedet, das es dem Innenministerium erlaube, ohne gerichtliche Anordnung Provider anzuweisen, die Webseiten ihrer Kunden nach pädophilen Inhalten zu filtern. Die Schlüsselwörter hierfür würden von einer Regierungsbehörde ohne Kontrolle durch ein Gericht herausgesucht.

Das tunesische Internetblog „Nawaat“ wird in diesem Jahr mit dem „Netizen-Preis“ der Journalistenorganisation ausgezeichnet. Die 2004 gegründete Website habe unter der Herrschaft des inzwischen gestürzten tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali zu den wenigen kritischen Online-Plattformen in dem Land gehört, teilte „Reporter ohne Grenzen“ mit. „Besonders spektakulär“ sei die Berichterstattung über die Unruhen in Tunesien seit Mitte Dezember 2010 gewesen.epd

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