Medien : Tupper-Deutschland

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Tom Peuckert verrät, was

Sie nicht verpassen sollten

Machen Sie auch heute Ihre Wohnung sauber? Der Samstag, das haben Volksbefrager ermittelt, ist mit Abstand der liebste Putztag der Deutschen. Womit wir beim Thema eines schönen Features von Walter Filz wären. Unterm Titel „Ach, wär die Welt doch ganz vertuppert“ erzählt Filz vom ewigen Kampf des Kulturmenschen gegen Bakterien und Keime. Die mythische Schlacht zwischen Chaos und Ordnung, einmal aus familiärer Nahdistanz betrachtet. Vor gut sechzig Jahren hat der amerikanische Chemiker Earl S. Tupper eine Dose aus Kunststoff zur Lebensmittelaufbewahrung erfunden. Wer clean ist, nutzt seither die Tupperbox. Eine Ikone des Kunststoffzeitalters, wie Autor Filz befindet, ein Menetekel der westlichen Lebensform. Sein Feature unternimmt einen amüsanten Streifzug durch die Kulte rund um das magische Ding aus Polyäthylen (Deutschlandradio, 18. Februar, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Für Tupperfreunde wäre die „Lange Nacht vom Ökosystem Mensch " wohl ein einziger Schrecken. Judith Grümmer und Martin Winkelheide beschäftigen sich ausschließlich mit Parasiten, die den menschlichen Körper bewohnen. Wir sind besiedelt von Bakterien, Amöben, Pilzen und Milben. Die meisten sind harmlos, viele sogar ausgesprochen nützlich. Unterm Mikroskop sehen sie trotzdem alle scheußlich aus (Deutschlandradio, 14. Februar, ab 23 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Ist der Literaturkritiker nicht auch einer, der Ordnung schafft im Literaturbetrieb? Der Nützliches bewahrt und Schmarotzer mit scharfer Feder zurückweist? Oder wäre das im fortgeschrittenen Medienzeitalter nur noch eine fromme Illusion? In ihrem scharfzüngigen Essay „Was machen Rezensente n“ untersucht Katharina Rutschky das Kritikergewerbe am Beispiel des Medienrummels um die Erzählerin Judith Hermann (Kulturradio, 19. Februar, 22 Uhr 05, UKW 92,4 MHz).

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