Medien : TV Baustelle

Wer hinter dem Baukonzern steckt, der TV Berlin übernimmt

Paul Kreiner

TV Berlin scheint gerettet. Dass ausgerechnet ein österreichischer Bauunternehmer den Sender übernimmt, lässt befürchten, dass es mit der Qualität der nie besonders profilierten TV-Station weiter bergab geht. Ist das ein Vorurteil?

Die beiden Brüder Hanno (42) und Erwin (35), sie stammen aus einer alteingesessenen Kärntner Bauunternehmer-Dynastie. Aber sie haben den Wirkungskreis ihres Vaters – die auch in Deutschland starke Bauholding/Strabag – ausgedehnt und sich eine Unternehmensgruppe aufgebaut: Sie betreiben eine Plakatwerbefirma und Parkhäuser, sie haben in Osteuropa Einkaufszentren hingestellt. Dem österreichischen Staat wurde das 300 Jahre alte Pfandleihhaus Dorotheum abgekauft. Dabei haben sie sich, genauso wie beim Kauf des Wiener Hotels Hilton, mit der Familie Dichand zusammengetan, deren Patriarch die „Kronen-Zeitung“ herausgibt, Österreichs einflussreichstes Boulevardblatt. Irgendwann kam ein Fernsehsender namens „Blic“ ins Firmenimperium. Einst von einer Milosevic-Tochter gegründet, versorgt er Belgrad mit Regionalprogrammen. Mit dessen Konzept haben sich die Soravias um die Lizenz für das Ballungsraumfernsehen in Wien beworben. Sie wollten ihr von Kirch erworbenes TV München und den Zürcher Sender tv3 mit dem Wiener Kanal 1 zu einem Netz an Regionalsendern verknüpfen. Sie haben in Wien eine Abfuhr erhalten. Was haben die Soravias nun mit dem Berliner Sender vor? Hanno Soravia, in der Unternehmensgruppe für das Fernsehen zuständig, war am Dienstag nicht erreichbar. Bei der Bewerbung um das Wiener Ballungsraum-TV wurde das Soravia-Konzept extra wegen des hohen Anteils an eigenen Programmanteilen gelobt. Die Geschäftsphilosophie der Brüder: „Es muss sich rechnen.“

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