Medien : TV.Berlin endgültig pleite

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet, jetzt laufen nur noch Konserven

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Jetzt ist es endgültig: TV.Berlin ist insolvent. Am gestrigen Donnerstag wurde vor dem Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnet. Wegen Zahlungsunfähigkeit ist der aktuelle Sendebetrieb nun endgültig eingestellt. Lediglich eine Notmannschaft von sechs Mann kümmert sich nun um den laufenden Betrieb, der allerdings nur noch mit Archiv-Material bestritten wird – um die Sendelizenz nicht jetzt schon zu verlieren. Bis zum 11. September bleibt dem Sender noch Zeit, ein neues Sendekonzept bei der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg vorzulegen, die dann über eine Lizenzverlängerung entscheidet.

Bereits am 24. April hatte TV.Berlin vorläufige Insolvenz angemeldet – der Lokalsender war, obwohl zu 100 Prozent im Besitz von Kirch-Sohn Thomas, von der Pleite der Kirch Media mitgezogen worden, als mit deren Insolvenz die günstigen Konditionen für die Programmware entfielen.

Die Quote des Regionalkanals, der vom Fuße des Fernsehturms am Alexanderplatz sendet, war zuletzt auf weit unter ein Prozent gesunken. Bis zum Frist-Ende der vorläufigen Insolvenz am 31. Juli gelang es Geschäftsführer Christian Böhmer und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Christoph Rosenmüller nicht, einen Investor zu finden – obwohl Böhmer mit einem neuen Senderkonzept mögliche Kapitalgeber locken wollte.

Als potenzieller Investor gilt ein Bauunternehmer aus Wien, Hanno Soravia, dessen TV-Gesellschaft Kanal 1 einen Verbund von Ballungsraumsendern aufbauen will. Soravia ist bereits beim defizitären Lokalsender TV. München eingestiegen. Allerdings sei der übersättigte Medienmarkt in der Hauptstadt ein deutlich schwierigeres Pflaster, sagte Böhmer. Soravia ist nach Auskunft der Kanzlei Rosenmüller auch der bislang einzige Interessent.

Die etwa 100 Mitarbeiter, die für den Monat August freigestellt sind, bekommen nun Insolvenzgeld vom Arbeitsamt. Schaut man auf die Internetseite des Senders, scheinen sie ihre Lage optimistisch zu sehen: „Ab voraussichtlich Mitte September werden Sie uns wieder aktuell und näher dran erleben können." Annette Schmiede

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