Medien : TV-Dokus: Viel gesehen, aber schlecht bezahlt

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Die deutschen Dokumentarfilmer verdienen immer weniger mit ihren Produktionen. Der Druck der Sender, die in der Regel die Entwicklungskosten für neue Programme auf die Produzenten verlagerten, wachse stetig. Zu diesem Schluss kommt das Medienforschungsinstitut HMR International in Köln, dessen Betreiber, Lutz Hachmeister, auch als Dokumentarfilmer tätig ist. Dokumentationen fänden nur noch bei den öffentlichrechtlichen Kanälen Absatz. Im Bereich der hochwertigen Dokumentationen sei ein „Totalausfall der kommerziellen Sender“ zu verzeichnen.

Die am Dienstag veröffentlichte Studie registriert eine starke Kluft zwischen der Attraktivität von Dokumentarfilmen für Branche und Publikum auf der einen Seite und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Doku-Produktion auf der anderen Seite. Allein mit der Produktion von klassischen Dokumentarfilmen könne kein Unternehmen überleben. Lediglich die Herstellung von Doku-Soaps biete eine Chance für solides Wirtschaften. Die Erlösstrukturen seien noch prekärer als bei fiktionalen Filmen. Die Studie schlägt zur Stabilisierung einer mittelständischen Produzenten-Szene vor, dass die Sender zumindest einen Teil der Entwicklungskosten tragen sollten. dpa

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