TV-Drama mit Claudia Michelsen : Schlag’ nach bei Google

Liebhaber erpresst reiche Frau. Ein Fernseh-Drama mit Claudia Michelsen - und mit Parallelen zum Fall Susanne Klatten. Eines hätten sich die Autoren aber denken können.

von
Naiv? Simone Carstensen-Kleebach (Claudia Michelsen) lässt sich auf eine Affäre mit Leon (Michael Rotschopf) ein. Foto: NDR/Alexander Fischerkoesen
Naiv? Simone Carstensen-Kleebach (Claudia Michelsen) lässt sich auf eine Affäre mit Leon (Michael Rotschopf) ein.Foto: NDR/Alexander Fischerkoesen

Was passiert, wenn die reichste Frau Deutschlands vom Liebhaber erpresst wird? Und welcher Thrill lässt sich daraus fürs Fernsehen ziehen? Susanne Klatten, BMW-Großaktionärin, Dreifach-Mutter, Tochter der im August gestorbenen Industriellen-Witwe Johanna Quandt, gestand 2008 eine Affäre ein, in deren Verlauf sie an ihren Liebhaber mehrere Millionen Euro zahlte.

Er flunkerte ihr vor, erpresst zu werden. Später tauchten intime Fotos von Klatten mit dem Liebhaber auf. Sie schaltete die Polizei ein, obwohl sie den Stress für ihre Familie ahnte.

Von der Begierde überrascht

In Nina Grosses Fernsehfilm „In der Falle“ spielt nun Claudia Michelsen die Firmenmitinhaberin Simone Carstensen-Kleebach. Schade. So grandios Michelsen die Opfer-Rolle ausfüllt, der spekulative Schauwert der realen Vorlage trägt nicht über 90 Minuten. Zu vorhersehbar das Ganze, zu unglaubwürdig die Anlage des Liebhabers Leon (Michael Rotschopf), der im Luxus-Hotel am Meer über die coole Aufsichtsrätin kommt.

Die wird von ihrer eigenen Begierde so überrascht, dass sie vergisst, das zu tun, was jeder tun würde, wenn ein Fremder derart heikel ins eigene Leben tritt: bei Google nachschauen, ob der Mann wirklich der ist, der er vorgibt zu sein; ein Galerist. Da hätte man sich das dicke Ende sparen können.

„In der Falle“, Mittwoch, ARD, 20 Uhr 15

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar