TV-Gebühren : Der GEZ die Meinung sagen

Die Gebühreneinzugszentrale startet Internetorum www.gez-meine-meinung.de. Besonders spannend: Die Blogeinträge der eigenen Mitarbeiter von der letzten Party.

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Der Gebühreneinzugszentrale, besser bekannt unter der Abkürzung GEZ, ist nicht entgangen, dass immer mehr Deutsche nach Sinn und Notwendigkeit der Rundfunkgebühren fragen. Und weil man bestimmte Diskussionen zwar nicht stoppen, aber möglicherweise steuern kann, hat die Kölner Einrichtung nun ein Internetforum eröffnet. Unter der Adresse www.gez-meine-meinung.de können Gebührenzahler und GEZ-Verweigerer nun ihre Meinung kundtun, sich in Experten-Chats informieren oder die Blogeinträge der GEZ-Mitarbeiter lesen – alles ganz anonym, wie die Behörde betont. Das stimmt allerdings nur zum Teil. Zwar kann der Anmeldename frei gewählt werden, doch zugleich wird eine registrierte E-Mail-Adresse abgefragt. „Es geht uns in keinem Fall darum, herauszufinden,ob jemand seiner Gebührenpflicht nachkommt oder nicht“, versichert GEZ- Mann Adalbert von Cramm. Das Forum ist moderiert, Diskussionsbeiträge und Antworten werden vor der Veröffentlichung gelesen und geprüft.

Das Interesse des GEZ-Volkes am Forum ist vorhanden, die Beteiligung ist rege. Die längste Diskussionsstrecke beschäftigt sich in über 2500 Einträgen bis Dienstagnachmittag mit der Forderung „Rundfunkgebühren für alle“. Der Vorschlag von Diskutantin Karin für einen einheitlichen Beitragssatz – „Mal ehrlich, wer hat heutzutage wirklich weder Radio noch TV oder Computer?“ – stößt auf vehemente Widerrede. Darunter finden sich bekannte Positionen unter anderem zur Abgabe auf Internet-PCs oder zur „Gebührenverschwendung der deutschen Sender“. Aber auch für die Erhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird gestritten – „wir dürfen nicht zusehen, wie unsere Kinder verdummen“, schreibt ein „GernZahler0815“.

Diskutant Peter H. findet die Eröffnung des GEZ-Forums mutig und fragt sich, ob es in einem Monat noch existiert. Mutig sind bei der GEZ aber offenbar vor allem die weiblichen Mitarbeiter. Vera Z. arbeitet seit vier Jahren bei der GEZ und freut sich darüber, dass jeder Fall anders liegt, „kein Brief (ist) wie der vorherige. Die Sachverhalte erfordern oft ,Sherlock Holmes Qualitäten‘“. Und Daniela K. berichtet, was passiert, wenn GEZ-Mitarbeiter auf Gebührenzahler stoßen. „Wenn Ihnen mal auf einer Party der Gesprächsstoff ausgehen sollte, dann diskutieren Sie doch einfach mal über die GEZ. Sie werden überrascht sein“, rät sie nach ihrem letzten Partybesuch. Kurt Sagatz

www.gez-meine-meinung.de

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