TV-Kommissar : Kockisch sorgt sich um Brunetti

Mehr Komik als sonst bringt der wieder von Sigi Rothemund inszenierte neue Donna-Leon-Film in der ARD. Ein elftes Mal ist Uwe Kockisch der Kommissar Brunetti.

Kockisch
Uwe Kockisch als Brunetti -Foto: ARD

Michael Degen als Vice-Questore Patta bemüht sich um ein besseres Betriebsklima und verschreckt seine Mitarbeiter mit ganz fürchterlichen Präsenten. Die Brunetti-Kinder tanzen dem Kommissar weiterhin auf der Nase herum. Und die Sippe bekommt Zuwachs: Tante Sophia (Anaid Iplicjian) stellt sich ein, eine versierte Trickbetrügerin, die zu Brunettis Entsetzen weiterhin ihrer Leidenschaft frönt und mal eben etwas außerhalb der Legalität ein viel begehrtes Gartengrundstück meistbietend verscherbelt.

Mehr Komik als sonst bringt der wieder von Sigi Rothemund inszenierte neue Donna-Leon-Film in der ARD. Der eigentliche Fall, ein Umweltskandal rund um eine Glasbläserei, deren Besitzer gleich zu Beginn grausig ums Leben kommt, verschwindet fast dahinter.

Brunetti-Darsteller Uwe Kockisch sieht diese Entwicklung mit kleiner Sorge: „Die Gestalt des Brunetti darf auf gar keinen Fall zu gemütlich werden, er muss auch seinen scharfen Blick für die soziale Wirklichkeit behalten. Darauf müssen wir achten.“ Und er sollte sich vielleicht als venezianischer Kommissar nicht mit einem hanseatischen „Tschüss“ verabschieden.

Ein elftes Mal ist Kockisch der Kommissar Brunetti, ein zwölfter Film („Lasset die Kinder zu mir kommen“) ist bereits abgedreht. Für den Schauspieler ist die ganze Donna-Leon-Welt inzwischen „wie eine Schar guter Freunde“, mit der Autorin im Hintergrund, die er zwar persönlich kaum kennt, der er aber stets mit großem Respekt begegnet, wie auch dem Schauplatz Venedig: „Diese Stadt hat etwas, das keinen kalt lässt. Manche hassen, manche lieben sie, aber niemand ist ihr gegenüber ganz gleichgültig.“

Uwe Kockisch liest gerade den neuen Donna-Leon-Roman „Das Mädchen seiner Träume“. Er ist fasziniert: „Ein ganz interessantes Thema. Wie nach dem Krieg mit der US-Army die amerikanische Mafia in Italien eingeschleust wurde, als Gegengift zum altbösen Feind Kommunismus.“ dpa/Tsp

„Donna Leon“, 20 Uhr 15, ARD

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