TV-Komödie "Krauses Glück" : Willkommen in Schönhorst

"Krauses Glück", die TV-Komödie mit Horst Krause, ist fernsehgewordene Willkommenskultur. Angefeindet werden Flüchtlinge in dieser idealisierten Variante von Brandenburg höchstens von Zugezogenen.

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"Krauses Glück" heißt die fünfte Folge der ARD-Reihe mit dem Schauspieler Horst Krause, der den pensionierten Polizisten Horst Krause spielt.
"Krauses Glück" heißt die fünfte Folge der ARD-Reihe mit dem Schauspieler Horst Krause, der den pensionierten Polizisten Horst...Foto: RBB

„Herzlich schreibt man ohne ,h‘ in der Mitte“, korrigiert Horst Krause seinen Freund Schlunzke (Andreas Schmidt), als der für seine Angebetete ein großes Transparent am Haus aufhängt und sogleich den überzähligen Buchstaben mit einem Herz überpinselt. Denn so viel ist sicher: In dem kleinen brandenburgischen Dorf Schönhorst haben die Menschen das Herz am richtigen Fleck. Und auch wenn Krauses Schwester Elsa (Carmen-Maja Antoni) anfangs noch etwas murrt, lässt sich der ehemalige Dorfpolizist nicht lange bitten, als Bürgermeister Stübner (Boris Aljinovic) eine Unterbringungsmöglichkeit für die syrische Flüchtlingsfamilie von Opa Omar (Erden Alkan) sucht.

Ein Rührstüch zum 75.

„Krauses Glück“ heißt das Rührstück, das nicht zuletzt eine Geburtstagsgratulation der ARD zum 75. von Schauspieler Horst Krause an diesem Sonntag ist. Vor allem aber ist „Krauses Glück“ die fernsehgewordene Wiederbelebung der Willkommenskultur, wie sie bis zur Silvesternacht von Köln herrschte. Nur ein paar Zugezogene, die ihren Jungen mit Geigenunterricht und veganer Ernährung quälen, verpesten in der Komödie die Stimmung. Ansonsten ist eitel Sonnenschein, schließlich spielt der fünfte Teil der Reihe im Frühsommer, wenn selbst das langweiligste Provinzdorf noch einen idyllischen Charme verströmt. Außer einem halblaut gemurmelten „Den Flüchtlingen ist wohl nichts gut genug“ – als Krause zwei der Flüchtlingskinder einkleidet – halten sich die Anfeindungen in Grenzen. Und Horst Krause, der den halben Film über seinen altmodischen Motorradhelm trägt, bleibt immer Mensch. Wenn nötig, erinnert er mit seiner natürlichen Autorität andere daran, wie man sich Mitmenschen gegenüber verhält, egal aus welchem Land oder welcher Kultur sie stammen. Kurt Sagatz
„Krauses Glück“, Freitag, 20 Uhr 15, ARD

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