TV-Konsum : Die ARD hat die meisten Zuschauer

Warum die öffentlich-rechtlichen Sender 2009 verloren und RTL gewonnen haben.

Joachim Huber

Die ARD hat es wieder geschafft. Das Erste ist auch 2009 der Marktführer im deutschen Fernsehen, wie die ARD-Medienforschung auf Anfrage mitteilte. Mit 12,7 Prozent (2008: 13,4 Prozent) konnten der Privatsender RTL mit 12,5 Prozent (2008: 11,7 Prozent) und der öffentlich-rechtliche Konkurrent ZDF mit gleichfalls 12,5 Prozent (2008: 13,1 Prozent) geschlagen werden. Sieht man sich die Bewegung in den Zahlen an, dann haben ARD und ZDF in einem Jahr ohne große Sport-Events real verloren und RTL deutlich gewonnen. Der Privatsender konnte mit einem attraktiveren Vor- und Nachmittagsprogramm und im zweiten Halbjahr mit herausragenden Erfolgen wie „Das Super-Talent“ und „Bauer sucht Frau“ Zuschauer gewinnen. Auch das ist neu in TV-Deutschland: Noch nie wurde ein Programm mit weniger als 13 Prozent Marktanteil Marktführer.

Hinter den Top 3 liegt der Privatsender Sat 1 mit 10,4 Prozent (2008: 10,3 Prozent) vor Pro Sieben mit 6,6 Prozent (2008: 6,6 Prozent) Marktanteil. Würde nur der Marktanteil bis 20 Uhr genommen, läge Sat 1 vor der gesamten Konkurrenz, was zeigt, dass Sat 1 ein echtes Problem in der Primetime hat. Wer mag, der kann auch die Werte der sieben ARD-Dritten zur bundesweiten Zahl hochrechnen – dann liegen sie mit 13,5 Prozent (2008: 13,2 Prozent) an der Spitze des Fernsehmarktes.

Die sechs führenden Programme haben den Fernsehmarkt 2009 mit zusammen 68 Prozent Marktanteil klar beherrscht (2008: 68,3 Prozent). Das bedeutet, dass die Zuschauer eher innerhalb von ARD & Co. den Sender wechseln als zur zweiten oder dritten Reihe der Programme. So liegt Vox unverändert bei 5,4 Prozent Marktanteil.

In welchem Maß das Fernsehen in den Gewohnheiten der Bevölkerung verankert ist, zeigt die Verweildauer. Der Bundesbürger hat 2009 durchschnittlich 212 Minuten pro Tag eingeschaltet – der Allzeitrekord von 2006 mit 212 Minuten ist damit eingestellt. Bei den 14- bis 19-Jährigen ist die Nutzung ebenso unverändert (98 Minuten) wie bei den Menschen über 70 (290 Minuten). Joachim Huber

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