TV-Krimi : Der Callboy und die Kommissarin

Privatdetektiv und Antiquar Wilsberg bewegt sich zwischen Mord und Doppelmoral.

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Ein Abenteuer hat Anna Springer (Rita Russek) gesucht, nun muss Wilsberg (Leonard Lansink) sie raushauen. Foto: ZDF
Ein Abenteuer hat Anna Springer (Rita Russek) gesucht, nun muss Wilsberg (Leonard Lansink) sie raushauen. Foto: ZDFFoto: Thomas Kost

„Es hat so gut getan, die Zuwendung, die Berührungen, aber auch der Sex“, wird Leonard LansHauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek) ihrem geschockten Freund Wilsberg erklären, warum sie die Dienste eines Callboys in Anspruch genommen hat. Dass sie dem vom Leonard Lansink gespielten Privatdetektiv aus Münster das Vorkommen überhaupt beichten muss, hat einen wenig angenehmen Grund. Callboy Adam liegt ermordet in ihrem Hotelzimmer. Zwar hat sie sich mit falschem Namen angemeldet, aber da sie die Leiche gefunden hat, gilt die Kommissarin als Zeugin. Nun muss Wilsberg ihr nicht nur ein Alibi geben, sondern auch den Mörder finden, denn Assistent Overbeck (Roland Jankowsky) traut sie das nicht zu.

Es gehört zur Tradition eines guten Wilsberg, dass alles mit allem verbunden ist. Wilsbergs Zögling Alex (Ina Paule Klink) trifft beim Gründerinnentreffen ganz zufällig auf die Karrierefrau Tessa Harderer (Lavinia Wilson), hinter deren Wellness-Geschäft für Frauen die Callboy-Agentur „Dreamboys“ steckt, und die Alex einst den Freund und dann noch eine Stelle weggeschnappt hat. Wilsbergs Freund Ekki Talkötter (Oliver Korrittke) wird dort als „harmlos, latent vertrottelter, aber ganz süßer“ Undercover-Gigolo eingeschleust. Und es ist es nicht ein netter Zufall, dass es sich bei einem der Ehemänner, dessen Frauen sich professionelle Abwechselung ins Bett holen, um jenen Bauinvestor Robert Schönsee handelt (Hugo Egon Balder), der sich für Bücher aus Wilsbergs muffig verstaubtem Antiquariat interessiert?

Man merkt den Autoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting den Spaß an, den sie beim Verfassen der Dialoge zu diesem höchst delikaten Thema rund um männliche Doppelmoral und weibliche Bedürfnisse hatten. Kurt Sagatz

„Wilsberg: Frischfleisch“, 20 Uhr 15, ZDF

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